Die Hausratversicherung gehört zu den am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland — aus gutem Grund: Sie ersetzt Ihr gesamtes Hab und Gut, wenn es durch typische Gefahren beschädigt oder zerstört wird. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was genau versichert ist, wie hoch die Versicherungssumme sein sollte, welche Zusatzbausteine sich lohnen und worauf Sie beim Abschluss achten müssen.
Was ist über die Hausratversicherung versichert?
Versichert ist Ihr beweglicher Besitz im Haushalt — alles, was Sie bei einem Umzug mitnehmen würden: Möbel, elektronische Geräte, Kleidung, Schmuck und in gewissem Rahmen auch Bargeld. Die Versicherung zahlt bei Schäden durch:
- Feuer — Brand, Blitzschlag, Explosion,
- Leitungswasser,
- Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach Einbruch,
- Sturm und Hagel.
Mitversichert sind in guten Tarifen auch Dinge, die Sie unterwegs dabeihaben (Außenversicherung) sowie der Inhalt von Kellern und Nebengebäuden.
Neuwert statt Zeitwert
Eine gute Hausratversicherung ersetzt beschädigte Gegenstände zum Neuwert — also zu dem Betrag, den Sie heute für eine gleichwertige Neuanschaffung zahlen müssten. Das ist deutlich vorteilhafter als der Zeitwert, der die Wertminderung durch Alter berücksichtigt. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass „Neuwert" vereinbart ist.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Versicherungssumme sollte möglichst dem Neuwert Ihres gesamten Hausrats entsprechen. Als Orientierung legen viele Anbieter eine Pauschale von 600 bis 850 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zugrunde; häufig empfohlen werden rund 650 Euro pro Quadratmeter. Bei einer 80 m²-Wohnung ergibt das eine Versicherungssumme von etwa 52.000 Euro.
Vorsicht Unterversicherung
Ist Ihr Hausrat mehr wert als die vereinbarte Versicherungssumme, liegt eine Unterversicherung vor. Die Folge: Im Schadenfall zahlt die Versicherung nur anteilig. Ein Beispiel: Beträgt die Versicherungssumme 50.000 Euro, der tatsächliche Wert aber 100.000 Euro, und es entsteht ein Schaden von 10.000 Euro, erstattet die Versicherung wegen der Unterversicherung nur die Hälfte — also 5.000 Euro.
Die Lösung: Unterversicherungsverzicht
Mit einem Unterversicherungsverzicht verzichtet der Versicherer auf die Prüfung des tatsächlichen Werts. Sie erhalten den Schaden dann voll ersetzt — vorausgesetzt, Sie haben die empfohlene Quadratmeter-Pauschale angesetzt. Dieser Verzicht ist Standard guter Tarife und schützt Sie vor bösen Überraschungen.
Sinnvolle Zusatzbausteine
- Elementarschäden — deckt Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch und Schneedruck. Angesichts häufigerer Unwetter eine zunehmend wichtige Ergänzung, die nicht automatisch enthalten ist.
- Fahrraddiebstahl — versichert hochwertige Räder auch außerhalb der Wohnung (oft mit Nachtzeitklausel).
- Grobe Fahrlässigkeit — gute Tarife zahlen auch, wenn Sie den Schaden grob fahrlässig verursacht haben (z. B. Herd angelassen).
- Glasbruch — für Schäden an Fenster- und Möbelglas.
Hausrat und Privathaftpflicht nicht verwechseln
Wichtig: Die Hausratversicherung ersetzt Ihr eigenes Eigentum. Schäden, die Sie anderen zufügen, deckt dagegen die Privathaftpflichtversicherung. Beide ergänzen sich und gehören zur Grundabsicherung.
Tipps für den Abschluss
- Setzen Sie die Versicherungssumme realistisch an (Quadratmeter-Pauschale) und vereinbaren Sie einen Unterversicherungsverzicht.
- Prüfen Sie, ob Elementarschäden und grobe Fahrlässigkeit eingeschlossen sind.
- Dokumentieren Sie wertvolle Gegenstände (Fotos, Rechnungen) für den Schadenfall.
Welche Policen für Ihre Situation wirklich wichtig sind, zeigt Ihnen unser Versicherungs-Check — neutral und in unter einer Minute.
Häufige Fragen
Was zahlt die Hausratversicherung?
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Was bedeutet Unterversicherung?
Sind Elementarschäden automatisch mitversichert?
Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Haftpflichtversicherung?
Veröffentlicht am 16. June 2026
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