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Versicherungen für Rentner: Was im Ruhestand wirklich zählt (2026)

Im Ruhestand ändern sich die Risiken: Manche Versicherungen werden überflüssig, andere wichtiger. Welche Policen Rentner behalten, kündigen oder neu prüfen sollten — Krankenversicherung (KVdR), Pflege, Haftpflicht und Unfallschutz, neutral erklärt.

· 5 Min Lesezeit · Volodymyr Snihovyi
Versicherungen für Rentner 2026: modernes Titelbild mit Schutzschild, Ruhestand-Symbolen und älterem Paar zur Absicherung im Ruhestand.

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Vorgelesen von Versipedia · 7:26 Min

Mit dem Ruhestand verschieben sich die Risiken: Ein Arbeitseinkommen, das abgesichert werden müsste, gibt es nicht mehr — dafür steigen altersbedingte Risiken wie Unfälle oder Pflegebedürftigkeit. Rentner brauchen deshalb oft weniger Versicherungen, aber teils andere. Dieser Ratgeber zeigt neutral, welche Policen Sie behalten, kündigen oder neu prüfen sollten.

Das Wichtigste zuerst

  • Behalten: Krankenversicherung & Pflegeversicherung (Pflicht) sowie die Privathaftpflicht.
  • Oft kündbar: Berufsunfähigkeitsversicherung (kein Arbeitseinkommen mehr) und häufig die Risikolebensversicherung.
  • Neu prüfen: private Unfallversicherung und eine Pflegezusatzversicherung — beide werden im Alter relevanter.

Krankenversicherung im Ruhestand — die KVdR und die 9/10-Regel

Wer gesetzlich versichert ist, kommt im Ruhestand idealerweise in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Ihr Vorteil: Der Beitrag wird im Wesentlichen nur auf die gesetzliche Rente und bestimmte weitere Einkünfte erhoben — sie ist damit meist günstiger als die freiwillige Versicherung.

Ob Sie in die KVdR kommen, entscheidet die 9/10-Regel: Sie müssen in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens (vom ersten Job bis zum Rentenantrag) zu mindestens 90 % gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Dabei zählt jede Form der GKV-Mitgliedschaft — Pflicht-, freiwillige oder Familienversicherung. Für die Kindererziehung gibt es einen Bonus: Pro Kind wird die anrechenbare Vorversicherungszeit um drei Jahre verlängert (seit August 2017).

Erfüllen Sie die 9/10-Regel nicht, werden Sie in der Regel freiwilliges Mitglied der GKV — dann zählen für den Beitrag auch weitere Einkünfte (z. B. Miet- oder Kapitalerträge), was teurer sein kann. Wer privat versichert ist, bleibt in der PKV; wie sich dort die Beiträge im Alter entwickeln und dämpfen lassen, erklärt unser Ratgeber PKV Kosten.

Pflege — gesetzlicher Schutz und die Frage nach einer Zusatzpolice

Die Pflegeversicherung ist an die Krankenversicherung gekoppelt und damit Pflicht. Wichtig zu wissen: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten — den Rest tragen Pflegebedürftige bzw. Angehörige selbst. Eine Pflegezusatzversicherung (z. B. Pflegetagegeld) kann diese Lücke schließen.

Der Haken: Je später der Abschluss, desto höher der Beitrag — und bei bestehenden Vorerkrankungen ist der Zugang schwieriger. Wer eine Zusatzabsicherung erwägt, sollte sie deshalb möglichst früh prüfen. Ob sie sich im Einzelfall lohnt, hängt von Vermögen, Familiensituation und Gesundheitszustand ab.

Privathaftpflicht — auch im Ruhestand unverzichtbar

Die Haftung für Schäden, die man anderen zufügt, endet nicht mit dem Berufsleben. Die Privathaftpflicht bleibt deshalb auch im Ruhestand wichtig — sie ist günstig und schützt vor existenzbedrohenden Forderungen. Behalten Sie diese Police und achten Sie weiterhin auf eine hohe Deckungssumme.

Private Unfallversicherung — im Alter gezielt prüfen

Ein wichtiger Punkt: Die gesetzliche Unfallversicherung schützt im Ruhestand nicht mehr allgemein wie während einer Beschäftigung. Private Unfälle zu Hause, im Garten oder in der Freizeit sind in der Regel nicht gesetzlich abgesichert. Ausnahmen können etwa bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten oder die nicht erwerbsmäßige häusliche Pflege von Angehörigen sein. Gleichzeitig steigt das Unfallrisiko im Alter — viele Unfälle passieren zu Hause oder im Garten (z. B. Stürze). Eine private Unfallversicherung kann diese Lücke schließen, weil sie bei bleibenden Beeinträchtigungen nach einem Unfall leistet. Achten Sie auf Tarife, die auch für ältere Menschen geeignet sind, und prüfen Sie, ob die Beiträge im Verhältnis zur Leistung stehen.

Hausrat und Wohngebäude — für Eigenheimbesitzer

Wer eine Immobilie besitzt, sollte die Wohngebäudeversicherung (schützt das Gebäude) und die Hausratversicherung (schützt das Inventar) behalten — gegebenenfalls mit Elementarschadenschutz. Mieter brauchen nur die Hausratversicherung. Prüfen Sie, ob die Versicherungssummen noch zu Ihrem heutigen Hausrat passen.

Was Rentner oft NICHT mehr brauchen

Im Ruhestand lassen sich einige Policen kündigen — das spart bares Geld:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung — sie sichert das Arbeitseinkommen ab. Wer keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt, braucht sie in der Regel nicht mehr und kann sie zum Renteneintritt beenden.
  • Risikolebensversicherung — wird oft überflüssig, wenn der Immobilienkredit abbezahlt ist und die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Prüfen Sie, ob noch jemand auf die Auszahlung angewiesen wäre.

Vorsicht bei Kombi-Verträgen: Ist die Berufsunfähigkeit als Zusatz an eine Lebensversicherung gekoppelt (BUZ), lässt sie sich oft nicht einzeln kündigen — hier lohnt der Blick in die Bedingungen.

Zur Sterbegeldversicherung: Sie deckt Bestattungskosten ab, seit das gesetzliche Sterbegeld 2004 abgeschafft wurde. Sie kann den Angehörigen Kosten ersparen — ist aber häufig teuer im Verhältnis zur späteren Leistung. Viele Verbraucherschützer empfehlen, das Geld stattdessen selbst zurückzulegen. Im Einzelfall lohnt sich ein nüchterner Vergleich.

Auslandsreise-Krankenversicherung — für Reisen im Ruhestand

Wer im Ruhestand reist, sollte an eine Auslandsreise-Krankenversicherung denken: Der gesetzliche Schutz reicht außerhalb der EU meist nicht, ein medizinischer Rücktransport ist gar nicht abgedeckt. Für Senioren steigen die Beiträge mit dem Alter — es gibt jedoch spezielle Tarife auch für ältere Reisende.

Wie finde ich heraus, was ich noch brauche?

Welche Versicherungen im Ruhestand sinnvoll sind, hängt von Ihrer Situation ab — Wohnsituation, Vermögen, Gesundheit, Familie und Reisepläne spielen eine Rolle. Einen schnellen, neutralen Überblick gibt Ihnen unser kostenloser Versicherungs-Check in unter einer Minute. Einen allgemeinen Überblick bietet außerdem unser Ratgeber Welche Versicherungen braucht man wirklich?. Für eine persönliche Einschätzung lohnt sich das Gespräch mit einem passenden Versicherungsexperten — auf Versipedia finden Sie Experten in Ihrer Region im Vergleich.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Bedingungen, Beiträge und gesetzliche Regelungen können sich je nach Versicherer, Tarif und persönlicher Situation unterscheiden.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen brauchen Rentner wirklich?
Unverzichtbar bleiben die Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Privathaftpflicht. Sinnvoll können im Alter eine private Unfallversicherung und eine Pflegezusatzversicherung sein. Berufsunfähigkeits- und oft auch Risikolebensversicherung werden dagegen meist überflüssig.
Was ist die Krankenversicherung der Rentner (KVdR)?
Die KVdR ist die gesetzliche Krankenversicherung im Ruhestand. Ihr Vorteil: Der Beitrag wird im Wesentlichen nur auf die gesetzliche Rente und bestimmte weitere Einkünfte erhoben, was sie meist günstiger macht als eine freiwillige Mitgliedschaft.
Was ist die 9/10-Regel?
Die 9/10-Regel entscheidet über den Zugang zur KVdR: Sie müssen in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens zu mindestens 90 Prozent gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Pflicht-, freiwillige und Familienversicherung zählen gleichermaßen; pro Kind wird die Vorversicherungszeit um drei Jahre verlängert.
Welche Versicherungen können Rentner kündigen?
In der Regel die Berufsunfähigkeitsversicherung, da kein Arbeitseinkommen mehr abzusichern ist, und häufig die Risikolebensversicherung, wenn der Kredit abbezahlt ist und die Kinder unabhängig sind. Bei an Lebensversicherungen gekoppelten BU-Zusätzen (BUZ) ist eine getrennte Kündigung oft nicht möglich.
Ist eine private Unfallversicherung für Rentner sinnvoll?
Das kann sinnvoll sein – vor allem, wenn Sie allein leben, viel unterwegs sind oder nach einem Unfall organisatorische Hilfe benötigen. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt im Ruhestand nicht mehr allgemein, und das Unfallrisiko steigt mit dem Alter. Achten Sie aber darauf, dass die Beiträge im Verhältnis zur Leistung stehen – ein Abschluss erst im höheren Alter kann teuer werden.
Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Sie deckt Bestattungskosten ab, seit das gesetzliche Sterbegeld 2004 abgeschafft wurde. Allerdings ist sie oft teuer im Verhältnis zur Leistung; viele Verbraucherschützer empfehlen, das Geld stattdessen selbst zurückzulegen. Ein nüchterner Vergleich im Einzelfall lohnt sich.

Veröffentlicht am 25. Juni 2026

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