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Was kostet ein Versicherungsmakler? Provision, Honorar & versteckte Kosten (2026)

Was kostet ein Versicherungsmakler den Kunden — und zahlt man überhaupt direkt? Provision vs. Honorar, wie hoch die Courtage je Sparte ist, gesetzliche Grenzen bei der PKV-Provision und wann sich Honorarberatung lohnt. Neutral erklärt.

· 6 Min Lesezeit · Volodymyr Snihovyi
Kosten eines Versicherungsmaklers 2026: modernes Titelbild mit Taschenrechner, Münzen, Schutzschild, Waage und Symbolen für Provision, Honorar und mögliche Zusatzkosten.

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Vorgelesen von Versipedia · 9:17 Min

„Was kostet mich ein Versicherungsmakler?" — die ehrliche Kurzantwort überrascht viele: In der Regel zahlen Sie als Kunde nichts direkt an den Makler. Er wird über eine Provision (Courtage) vergütet, die der Versicherer zahlt und die bereits in Ihrer Prämie einkalkuliert ist. Trotzdem lohnt es sich zu verstehen, wie ein Makler verdient, wie hoch die Vergütung je Sparte ist, wo der Gesetzgeber Grenzen gesetzt hat und wann eine Honorarberatung die bessere Wahl ist. Genau das klärt dieser Ratgeber — neutral und ohne Werbung.

Die kurze Antwort

  • Versicherungsmakler — meist keine direkte Rechnung an Sie. Bezahlt über Provision/Courtage des Versicherers, die in der Prämie steckt.
  • Versicherungsberater (Honorarberater) — Sie zahlen direkt ein Honorar (z. B. pro Stunde). Dafür provisionsfreie Tarife und keine Vermittlervergütung.
  • Wichtig: Ob über Makler oder direkt beim Versicherer — die Provision ist bei klassischen Tarifen meist ohnehin im Preis enthalten. Der Makler kostet Sie dann nicht extra.

Drei Wege der Beratung — und wer wen bezahlt

Wer in Deutschland Versicherungen vermittelt oder berät, braucht eine Erlaubnis nach § 34d Gewerbeordnung (GewO). Es gibt drei Rollen, die sich grundlegend in der Vergütung unterscheiden:

  • Versicherungsvertreter — arbeitet für einen oder wenige Versicherer und vermittelt deren Produkte. Bezahlt per Provision vom Versicherer.
  • Versicherungsmakler — handelt im Auftrag des Kunden und wird in der Rechtsprechung als treuhänderähnlicher Sachwalter des Versicherungsnehmers eingeordnet, nicht des Versicherers. Vergleicht den Markt und wird in der Regel über Courtage des Versicherers bezahlt (er kann auch gegen Honorar arbeiten).
  • Versicherungsberater (§ 34d Abs. 2 GewO) — wird ausschließlich vom Kunden bezahlt und darf keine Provision vom Versicherer annehmen. Er empfiehlt provisionsfreie Nettotarife.
Gut zu wissen: Eine Person darf nicht gleichzeitig Makler und Versicherungsberater sein (§ 34d Abs. 3 GewO) — die Rollen sind bewusst getrennt, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Wie wird ein Versicherungsmakler bezahlt?

Der Makler erhält für einen vermittelten Vertrag eine Courtage (so heißt die Provision beim Makler). Diese zahlt der Versicherer — nicht Sie direkt. Sie ist in die Prämie einkalkuliert, ähnlich wie die Verwaltungskosten des Versicherers. Es gibt zwei Grundformen:

  • Abschlusscourtage — einmalig für den Vertragsabschluss.
  • Bestands- oder Betreuungscourtage — laufend, solange der Vertrag besteht, als Vergütung für die fortlaufende Betreuung.

Wie hoch ist die Provision je Sparte?

Die Höhe unterscheidet sich stark nach Versicherungsart. Als grobe Orientierung (die konkreten Sätze variieren je Versicherer und Tarif):

  • Sachversicherungen (Hausrat, Haftpflicht, Wohngebäude) — meist rund 15–25 % der Jahresnettoprämie, laufend gezahlt, solange der Vertrag läuft.
  • Kfz-Versicherung — deutlich niedriger, oft rund 5–10 % des Nettobeitrags (ohne Versicherungssteuer).
  • Private Krankenversicherung (PKV) — gesetzlich gedeckelt (siehe unten), plus meist 1–2 % des Beitrags als laufende Betreuungscourtage.
  • Leben, Rente, Berufsunfähigkeit — die Abschlussprovision wird in Promille (‰) der Beitragssumme berechnet, also der Summe aller Beiträge über die gesamte Laufzeit. Die anrechenbaren Abschlusskosten sind seit 2015 auf einen Höchstzillmersatz von 25‰ (2,5 %) der Beitragssumme begrenzt (LVRG). Einen darüber hinausgehenden, eigenständigen gesetzlichen „Provisionsdeckel" für Lebensversicherungen gibt es bislang nicht.

PKV: die gesetzlich begrenzte Provision

Bei der privaten Krankenversicherung hat der Gesetzgeber besonders klare Grenzen gezogen, um Verbraucher zu schützen. Die Abschlussprovision ist gesetzlich begrenzt: Bei substitutiven privaten Krankenversicherungen dürfen Abschlussprovisionen und sonstige Vergütungen nach § 50 VAG bestimmte Grenzen der Bruttobeitragssumme nicht überschreiten. Als grobe Einordnung wird oft von rund 9 bis 9,9 Monatsbeiträgen gesprochen. Die Regelung gilt seit 2012; davor waren teils deutlich höhere Provisionen üblich.

Zusätzlich gilt eine fünfjährige Stornohaftung: Die volle Provision steht dem Makler erst zu, wenn der vermittelte Vertrag fünf Jahre Bestand hat. Das soll verhindern, dass Kunden allein der Provision wegen in neue Tarife „umgedeckt" werden.

Kostet mich ein Makler mehr als der Direktabschluss?

In der Regel nein. Die Provision ist bei den meisten klassischen Tarifen ohnehin in die Prämie einkalkuliert — unabhängig davon, ob Sie über einen Makler oder direkt beim Versicherer abschließen. Beim Makler bekommen Sie für denselben Preis zusätzlich: Marktvergleich, Beratung, Hilfe bei der Antragstellung und Unterstützung im Schadenfall.

Die Ausnahme sind echte Nettotarife: Sie sind ohne Provision kalkuliert, die Prämie ist dadurch niedriger — dafür zahlen Sie das Beratungshonorar separat. Solche Tarife sind typisch für die Honorarberatung.

Honorarberatung — wenn Sie direkt zahlen

Ein Versicherungsberater rechnet nicht über Provision ab, sondern stellt Ihnen ein Honorar in Rechnung. Übliche Stundensätze liegen je nach Anbieter und Qualifikation bei etwa 100 bis 250 Euro, teils zuzüglich 19 % Umsatzsteuer; manche arbeiten auch mit Pauschalen. Dafür erhalten Sie eine vom Verkaufsinteresse unabhängige Empfehlung und provisionsfreie Nettotarife.

Wann sich das lohnt: vor allem bei langfristigen, beitragsstarken Verträgen (Altersvorsorge, Lebens- oder Rentenversicherung), bei denen die eingesparte Provision das Honorar übersteigen kann — und für alle, die maximale Transparenz wollen. Bei kleineren Sachversicherungen steht das Honorar dagegen oft in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Stornohaftung: warum der Makler an einem dauerhaften Vertrag interessiert ist

Sowohl in der PKV (5 Jahre) als auch bei Lebensversicherungen (Stornohaftungszeit von 60 Monaten seit dem LVRG) muss der Makler einen Teil der Provision zurückzahlen, wenn der Vertrag früh gekündigt wird. Für Sie als Kunde ist das ein gutes Zeichen: Der Makler hat ein wirtschaftliches Interesse daran, dass der vermittelte Vertrag wirklich zu Ihnen passt und langfristig Bestand hat.

Woran erkenne ich seriöse Beratung?

  • Eintrag im Vermittlerregister — jeder Makler, Vertreter und Berater muss dort registriert sein; die Registrierung können Sie kostenlos prüfen.
  • Statusklarheit — ein seriöser Vermittler legt offen, ob er Makler, Vertreter oder Berater ist und wie er vergütet wird.
  • Beratungsprotokoll — Ihre Wünsche und die Empfehlung werden dokumentiert.
  • Bedarf vor Produkt — gute Beratung beginnt mit Ihrer Situation, nicht mit einem konkreten Tarif.

Welche Versicherungen für Ihre Situation überhaupt relevant sind, klären Sie vorab kostenlos mit unserem Versicherungs-Check. Wie Sie anschließend einen passenden Experten auswählen, zeigt unser Ratgeber Versicherungsmakler finden — oder Sie vergleichen direkt geprüfte Versicherungsmakler & Berater in Ihrer Nähe.

Fazit

Für die meisten Verbraucher ist der Versicherungsmakler ohne direkte Kosten — er wird über die in der Prämie enthaltene Provision bezahlt. Wer maximale Transparenz oder provisionsfreie Nettotarife möchte, fährt mit einem Versicherungsberater gegen Honorar besser, besonders bei großen Altersvorsorge-Verträgen. Entscheidend ist nicht der billigste Weg, sondern eine Beratung, die zu Ihrer Situation passt — und die Sie an Status, Register-Eintrag und Dokumentation erkennen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Genannte Provisions- und Honorarwerte sind grobe Anhaltspunkte und können je nach Versicherer, Tarif und Anbieter abweichen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Versicherungsmakler den Kunden?
In der Regel nichts direkt. Der Makler wird über eine Provision (Courtage) vom Versicherer bezahlt, die bereits in der Prämie einkalkuliert ist. Eine eigene Rechnung erhalten Sie nur bei ausdrücklicher Honorarvereinbarung oder bei provisionsfreien Nettotarifen.
Zahle ich beim Makler mehr als beim Direktabschluss?
Meist nicht. Bei klassischen Tarifen ist die Provision ohnehin in der Prämie enthalten – egal ob Sie über einen Makler oder direkt abschließen. Über den Makler erhalten Sie für denselben Preis zusätzlich Marktvergleich, Beratung und Betreuung im Schadenfall.
Wie hoch ist die Provision eines Versicherungsmaklers?
Je nach Sparte: bei Sachversicherungen meist rund 15–25 % der Jahresnettoprämie, bei der Kfz-Versicherung etwa 5–10 % des Nettobeitrags. Bei der PKV ist die Abschlussprovision gesetzlich begrenzt (grobe Einordnung: rund 9 bis 9,9 Monatsbeiträge), bei Lebensversicherungen wird sie in Promille der Beitragssumme berechnet.
Was ist der Unterschied zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsberater?
Der Versicherungsmakler vermittelt Verträge und wird in der Regel über Provision vom Versicherer bezahlt. Der Versicherungsberater (§ 34d Abs. 2 GewO) wird ausschließlich vom Kunden über ein Honorar bezahlt und darf keine Provision annehmen; er empfiehlt provisionsfreie Nettotarife.
Was kostet eine Honorarberatung für Versicherungen?
Übliche Stundensätze liegen je nach Anbieter und Qualifikation bei etwa 100 bis 250 Euro, teils zuzüglich 19 % Umsatzsteuer; manche arbeiten mit Pauschalen. Sie lohnt sich vor allem bei großen, langfristigen Verträgen wie der Altersvorsorge.
Worin unterscheidet sich ein Versicherungsmakler vom Versicherungsvertreter?
Ein Versicherungsmakler ist nicht an einen bestimmten Versicherer gebunden und handelt im Auftrag des Kunden. Ein Versicherungsvertreter arbeitet dagegen für einen oder mehrere Versicherer. Trotzdem erhält der Makler meist eine Courtage vom Versicherer — deshalb sollte er seinen Status und seine Vergütung transparent offenlegen.

Veröffentlicht am 22. Juni 2026

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