Versicherungslexikon

Beitragsbemessungsgrenze (BBG)

Auch: BBG, Beitragsbemessungsgrenze

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist der Höchstbetrag des Einkommens, bis zu dem in der gesetzlichen Sozialversicherung Beiträge erhoben werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei. Es gibt getrennte Grenzen für Kranken-/Pflege- und Renten-/Arbeitslosenversicherung.

Auf einen Blick

Kurzform
BBG
Funktion
Deckelt die Sozialversicherungsbeiträge
Oberhalb der Grenze
Einkommen beitragsfrei
Getrennte Grenzen
Kranken/Pflege vs. Rente/Arbeitslosen
Anpassung
In der Regel jährlich

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist eine zentrale Rechengröße der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie legt fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge berechnet werden: Verdienen Sie mehr, bleibt der darüber liegende Teil Ihres Einkommens beitragsfrei. Die BBG deckelt also den Beitrag nach oben — unabhängig davon, wie hoch Ihr Gehalt insgesamt ist. Sie wird in der Regel jährlich angepasst.

Wie wirkt die Beitragsbemessungsgrenze?

Beiträge zur Sozialversicherung werden prozentual vom beitragspflichtigen Einkommen erhoben — aber eben nur bis zur BBG. Liegt Ihr Einkommen darunter, zählt das gesamte Einkommen. Liegt es darüber, wird nur bis zur Grenze gerechnet. Dadurch steigt der absolute Beitrag mit dem Einkommen nicht unbegrenzt, sondern erreicht an der BBG seinen Höchstwert.

Getrennte Grenzen für verschiedene Zweige

Es gibt nicht nur eine einzige BBG. Üblicherweise unterscheidet man:

  • BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung: deckelt die Beiträge zur GKV und sozialen Pflegeversicherung.
  • BBG in der Renten- und Arbeitslosenversicherung: deckelt die Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung; sie liegt typischerweise höher.

Die konkreten Werte werden jährlich festgelegt und an die Einkommensentwicklung angepasst.

BBG und Versicherungspflichtgrenze — nicht verwechseln

MerkmalBeitragsbemessungsgrenzeVersicherungspflichtgrenze
FunktionDeckelt die Höhe der BeiträgeEntscheidet über GKV-Pflicht oder PKV-Zugang
BetrifftAlle gesetzlich VersichertenVor allem die Wahl GKV/PKV
HöheMeist niedrigerMeist höher

Worauf Sie achten sollten

  • Höchstbeitrag verstehen: Oberhalb der BBG steigt Ihr Sozialversicherungsbeitrag nicht weiter.
  • Zwei Grenzen: Beachten Sie die unterschiedlichen Werte für Kranken-/Pflege- und Renten-/Arbeitslosenversicherung.
  • Jährliche Anpassung: Die Werte ändern sich regelmäßig.
  • Nicht mit der Pflichtgrenze verwechseln: Die BBG entscheidet nicht über GKV oder PKV.

So gehen Sie vor

  1. Prüfen Sie, ob Ihr Einkommen unter oder über der jeweiligen BBG liegt.
  2. Beachten Sie die getrennten Grenzen je Versicherungszweig.
  3. Berücksichtigen Sie die aktuelle, jährlich angepasste Höhe.
  4. Trennen Sie die BBG gedanklich von der Versicherungspflichtgrenze.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Beitragsbemessungsgrenze wird häufig mit der Versicherungspflichtgrenze verwechselt: Die BBG deckelt die Beitragshöhe, die Pflichtgrenze entscheidet über den Zugang zur privaten Krankenversicherung. Beide sind Stellgrößen rund um die gesetzliche Krankenversicherung und den Beitrag, haben aber unterschiedliche Funktionen.

Beispiel

Eine gut verdienende Angestellte liegt mit ihrem Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung. Für ihren GKV-Beitrag zählt deshalb nur das Einkommen bis zur BBG — der darüber liegende Teil bleibt beitragsfrei. Eine Gehaltserhöhung erhöht ihren Krankenversicherungsbeitrag daher nicht weiter, weil sie die Grenze bereits überschreitet.

Häufige Fragen

Beitragsbemessungsgrenze (BBG) — Ihre Fragen

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?
Sie ist der Höchstbetrag des Einkommens, bis zu dem in der gesetzlichen Sozialversicherung Beiträge erhoben werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei, sodass der Beitrag nach oben gedeckelt ist.
Gibt es nur eine Beitragsbemessungsgrenze?
Nein. Es gibt getrennte Grenzen für die Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Letztere liegt in der Regel höher. Die Werte werden jährlich angepasst.
Was ist der Unterschied zur Versicherungspflichtgrenze?
Die Beitragsbemessungsgrenze deckelt die Höhe der Beiträge. Die Versicherungspflichtgrenze entscheidet dagegen, ob ein Arbeitnehmer in der GKV pflichtversichert ist oder in die private Krankenversicherung wechseln kann.
Steigt mein Beitrag oberhalb der BBG weiter?
Nein. Für den gedeckelten Sozialversicherungszweig zählt nur das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Verdienen Sie mehr, steigt der absolute Beitrag in diesem Zweig nicht weiter.
Passende Berater

Private Krankenversicherung — Berater finden

Verifizierte, unabhängige Expertinnen und Experten für das Thema Beitragsbemessungsgrenze (BBG).

Welche Versicherung passt zu Ihnen?

Beantworten Sie ein paar kurze Fragen und erhalten Sie passende, verifizierte und unabhängige Versicherungsexperten aus Ihrer Region. Kostenlos, neutral, unverbindlich.

Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Zurück zum Versicherungslexikon