Versicherungslexikon

Private Krankenversicherung (PKV)

Auch: PKV, private Krankenkasse, Privatversicherung

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 3 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die private Krankenversicherung (PKV) versichert Gesundheitskosten auf Basis eines individuell gewählten Tarifs. Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang — nicht nach dem Einkommen. Sie steht vor allem Beamten, Selbstständigen und besserverdienenden Arbeitnehmern offen.

Auf einen Blick

Kurzform
PKV
Beitragsbasis
Alter, Gesundheit, Leistungsumfang — nicht Einkommen
Zugang
Beamte, Selbstständige, Besserverdiener
Familie
Eigener Beitrag pro Person (keine Familienversicherung)
Wichtig
Langfristige Entscheidung — unabhängige Beratung sinnvoll

In der privaten Krankenversicherung (PKV) schließen Sie einen individuellen Vertrag ab, in dem genau festgelegt ist, welche Leistungen abgesichert sind. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nicht nach Ihrem Einkommen, sondern nach dem versicherten Risiko: nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Jede versicherte Person hat dabei einen eigenen Vertrag und einen eigenen Beitrag.

Wer kann sich privat krankenversichern?

Die PKV steht nicht allen offen. Zugang haben in der Regel:

  • Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) liegt,
  • Selbstständige und Freiberufler unabhängig von der Einkommenshöhe,
  • Beamte, für die die PKV in Kombination mit der staatlichen Beihilfe häufig besonders attraktiv ist,
  • Studierende unter bestimmten Voraussetzungen.

Pflichtversicherte Arbeitnehmer unterhalb der Einkommensgrenze bleiben dagegen in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie wird der PKV-Beitrag kalkuliert?

Der Beitrag in der PKV ist risikoabhängig. Bei Vertragsabschluss erfolgt eine Gesundheitsprüfung; auf deren Basis kalkuliert der Versicherer den Beitrag. Wer jung und gesund einsteigt, profitiert oft von günstigen Einstiegsbeiträgen. Ein wesentlicher Baustein sind die Altersrückstellungen: Ein Teil des Beitrags wird zurückgelegt, um Beitragssteigerungen im Alter abzufedern. Zusätzlich können Beitragsentlastungstarife vereinbart werden, die den Beitrag im Ruhestand senken sollen.

PKV oder GKV — die wichtigsten Unterschiede

MerkmalPrivate Krankenversicherung (PKV)Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
BeitragsbemessungNach Alter, Gesundheit, LeistungsumfangNach Einkommen (Solidarprinzip)
FamilienangehörigeEigener Beitrag pro PersonBeitragsfreie Familienversicherung möglich
LeistungenIndividuell vereinbart, vertraglich garantiertGesetzlich weitgehend einheitlich
ZugangBeamte, Selbstständige, BesserverdienerGrundsätzlich für alle, Pflicht für viele Arbeitnehmer
Beitrag im AlterAltersrückstellungen sollen abfedernEinkommensabhängig, auch im Rentenalter

Chancen und Risiken der PKV

Die PKV kann — je nach Tarif — einen höheren Leistungsumfang bieten, etwa bei Wahlleistungen oder der Behandlung durch bestimmte Ärzte. Für junge, gesunde und gutverdienende Personen sowie für Beamte mit Beihilfe kann sie zudem beitragsseitig attraktiv sein. Dem stehen Risiken gegenüber: Beiträge können im Alter steigen, jede Person zahlt einen eigenen Beitrag (was Familien teurer kommt), und die Rückkehr in die GKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Weil die Entscheidung langfristig wirkt, ist eine unabhängige Beratung hier besonders wichtig.

Worauf Sie achten sollten

  • Langfristig denken: Die PKV ist eine Entscheidung für Jahrzehnte — die Familiensituation und das Alter sind entscheidend.
  • Gesundheitsfragen ernst nehmen: Falsche Angaben können den Schutz gefährden.
  • Beitragsstabilität prüfen: Achten Sie auf Altersrückstellungen und mögliche Beitragsentlastung.
  • Leistungen vergleichen, nicht nur den Preis: Ein sehr günstiger Tarif kann wichtige Leistungen ausschließen.
  • Rückkehr in die GKV bedenken: Sie ist mit zunehmendem Alter immer schwerer.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie, ob Sie überhaupt Zugang zur PKV haben (Einkommen, Status, Beruf).
  2. Berücksichtigen Sie Ihre Familiensituation — eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es nur in der GKV.
  3. Vergleichen Sie Tarife nach Leistung und Beitragsstabilität, nicht nur nach dem Einstiegspreis.
  4. Lassen Sie Vorerkrankungen über eine anonyme Risikovoranfrage prüfen.
  5. Holen Sie eine unabhängige Beratung ein, bevor Sie sich festlegen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Das Gegenstück zur PKV ist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit ihrem einkommensabhängigen Solidarprinzip. Bei der PKV spielt die Gesundheitsprüfung eine zentrale Rolle, da sie über Annahme und Beitrag entscheidet. Über eine Beitragsrückerstattung können PKV-Versicherte zudem einen Teil ihrer Beiträge zurückerhalten, wenn sie in einem Jahr keine Leistungen in Anspruch nehmen.

Beispiel

Thomas ist verbeamtet und hat über seinen Dienstherrn Anspruch auf Beihilfe, die einen Teil seiner Krankheitskosten übernimmt. Für den verbleibenden Teil schließt er einen privaten Krankenversicherungstarif ab, der genau auf die Beihilfe abgestimmt ist. Für seine Situation ist die PKV dadurch oft günstiger und leistungsstärker als die freiwillige gesetzliche Versicherung — bei einem alleinverdienenden Familienvater mit mehreren Kindern könnte die Rechnung dagegen anders ausfallen.

Häufige Fragen

Private Krankenversicherung (PKV) — Ihre Fragen

Steigen die PKV-Beiträge im Alter?
Beiträge können auch in der PKV steigen, etwa durch höhere Gesundheitskosten und den medizinischen Fortschritt. Altersrückstellungen und Beitragsentlastungstarife sollen dem entgegenwirken. Eine vorausschauende Tarifwahl mit Blick auf die Beitragsstabilität ist deshalb wichtig.
Kann ich aus der PKV zurück in die GKV?
Eine Rückkehr ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Deshalb sollte der Wechsel in die PKV gut durchdacht und unabhängig beraten sein.
Lohnt sich die PKV für Familien?
In der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag, eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht. Für Alleinverdiener mit mehreren Kindern kann die GKV daher günstiger sein, während die PKV für Beamte mit Beihilfe oder kinderlose Besserverdiener attraktiv sein kann.
Welche Rolle spielt die Gesundheitsprüfung?
Vor Abschluss der PKV fragt der Versicherer Ihren Gesundheitszustand ab. Auf dieser Basis entscheidet er über Annahme, mögliche Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse. Je jünger und gesünder Sie einsteigen, desto besser sind in der Regel die Konditionen.
Was ist der Unterschied zwischen PKV und GKV?
In der PKV richtet sich der Beitrag nach Alter, Gesundheit und Leistungsumfang und ist vertraglich garantiert; in der GKV nach dem Einkommen, mit gesetzlich weitgehend einheitlichen Leistungen und beitragsfreier Familienversicherung. Welche Variante passt, hängt stark von Einkommen, Beruf und Familiensituation ab.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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