Versicherungslexikon

Beitragsfreistellung

Auch: beitragsfrei stellen, Beitragsfreistellung

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Bei der Beitragsfreistellung wird ein Vertrag ruhend gestellt: Sie zahlen keine Beiträge mehr, der Vertrag bleibt aber bestehen. Die Leistung sinkt dabei meist. Sie ist oft eine Alternative zur Kündigung, etwa bei vorübergehenden finanziellen Engpässen.

Auf einen Blick

Was es ist
Vertrag ruhend stellen, keine Beiträge mehr
Vertrag
Bleibt bestehen
Leistung
Meist reduziert
Anlässe
Finanzielle Engpässe, Elternzeit
Alternative zu
Kündigung

Die Beitragsfreistellung bedeutet, dass ein Versicherungsvertrag ruhend gestellt wird: Sie zahlen ab diesem Zeitpunkt keine Beiträge mehr, der Vertrag selbst bleibt aber bestehen. Im Gegenzug sinkt in der Regel die spätere Leistung — etwa die Versicherungssumme oder die garantierte Rente. Die Beitragsfreistellung ist häufig eine sinnvolle Alternative zur Kündigung, weil der Vertrag und die bis dahin angesparten Werte erhalten bleiben, statt verloren zu gehen.

Wann kommt eine Beitragsfreistellung infrage?

Typische Anlässe sind vorübergehende finanzielle Engpässe — etwa bei Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder einem Einkommensrückgang. Statt den Vertrag zu kündigen und dabei oft Verluste hinzunehmen, lässt sich der Beitrag aussetzen. Häufig ist eine spätere Wiederaufnahme der Beitragszahlung möglich, teils auch ohne erneute Gesundheitsprüfung — das hängt vom Tarif und den Bedingungen ab.

Beitragsfreistellung oder Kündigung?

MerkmalBeitragsfreistellungKündigung
Vertrag bleibt bestehen?JaNein
BeitragszahlungAusgesetztBeendet
Spätere LeistungReduziert, aber erhaltenEntfällt
WiederaufnahmeOft möglichNur über Neuabschluss

Was Sie bei der Beitragsfreistellung beachten sollten

  • Reduzierte Leistung: Ohne weitere Beiträge sinkt die garantierte Leistung.
  • Risikoschutz prüfen: Bei reinen Risikoverträgen (z. B. BU) kann der Schutz mit der Freistellung entfallen oder sinken.
  • Wiederaufnahme klären: Fragen Sie, ob und wie Sie die Beiträge später wieder aufnehmen können.
  • Kosten beachten: Laufende Kosten können den Wert eines beitragsfreien Vertrags mindern.

So gehen Sie vor

  1. Prüfen Sie bei finanziellen Engpässen die Beitragsfreistellung als Alternative zur Kündigung.
  2. Lassen Sie sich die reduzierte Leistung und die Folgen für den Risikoschutz erläutern.
  3. Klären Sie die Möglichkeit und Bedingungen einer späteren Wiederaufnahme.
  4. Entscheiden Sie erst dann zwischen Freistellung, Stundung oder Kündigung.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Beitragsfreistellung ist eine Alternative zur Kündigung und betrifft direkt den Beitrag. Anders als das Sonderkündigungsrecht, das den Vertrag beendet, hält die Freistellung ihn am Leben. Bei Risikoversicherungen wie der Berufsunfähigkeit ist besonders zu prüfen, wie sich die Freistellung auf den Schutz auswirkt.

Beispiel

Während der Elternzeit sinkt das Einkommen einer Versicherten spürbar. Statt ihre Lebensversicherung zu kündigen und Verluste hinzunehmen, lässt sie den Vertrag beitragsfrei stellen. Sie zahlt vorübergehend keine Beiträge, der Vertrag und das angesparte Kapital bleiben aber erhalten. Nach der Elternzeit nimmt sie die Beitragszahlung wieder auf und führt ihre Vorsorge fort.

Häufige Fragen

Beitragsfreistellung — Ihre Fragen

Was bedeutet Beitragsfreistellung?
Bei der Beitragsfreistellung wird ein Vertrag ruhend gestellt: Sie zahlen keine Beiträge mehr, der Vertrag bleibt aber bestehen. Die spätere Leistung sinkt dabei in der Regel, weil keine weiteren Beiträge einfließen.
Ist die Beitragsfreistellung besser als eine Kündigung?
Oft ja, denn der Vertrag und die angesparten Werte bleiben erhalten, statt verloren zu gehen. Bei einer Kündigung entfällt der Schutz dagegen ganz. Welche Option besser passt, hängt von Vertrag und Situation ab.
Kann ich die Beiträge später wieder aufnehmen?
Häufig ist eine spätere Wiederaufnahme möglich, teils sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung. Ob und unter welchen Bedingungen das geht, hängt vom Tarif ab — fragen Sie vor der Freistellung nach.
Bleibt der Risikoschutz bei einer Beitragsfreistellung erhalten?
Das hängt vom Vertrag ab. Bei reinen Risikoverträgen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung kann der Schutz mit der Freistellung entfallen oder sinken. Lassen Sie sich die Folgen für den Risikoschutz genau erläutern.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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