Versicherungslexikon

Gliedertaxe

Auch: Gliedertaxe, Invaliditätsgrade

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die Gliedertaxe ist eine Tabelle in der privaten Unfallversicherung, die festlegt, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust oder Funktionsverlust einzelner Körperteile gilt. Sie bestimmt damit maßgeblich die Höhe der Invaliditätsleistung nach einem Unfall.

Auf einen Blick

Was es ist
Tabelle der Invaliditätsgrade je Körperteil
Gehört zu
Private Unfallversicherung
Bestimmt
Höhe der Invaliditätsleistung
Wichtig
Verbesserte Gliedertaxe = mehr Leistung
Vergleichskriterium
Oft wichtiger als die Versicherungssumme

Die Gliedertaxe ist das Herzstück der privaten Unfallversicherung. Sie ist eine Tabelle, die festlegt, welcher Invaliditätsgrad gilt, wenn nach einem Unfall ein Körperteil verloren geht oder dauerhaft in seiner Funktion beeinträchtigt ist. Aus diesem Invaliditätsgrad und der vereinbarten Versicherungssumme errechnet sich die Invaliditätsleistung. Die Gliedertaxe entscheidet damit ganz wesentlich darüber, wie viel Geld nach einem Unfall tatsächlich gezahlt wird — weshalb sie das wichtigste Vergleichskriterium beim Tarifvergleich ist.

Wie funktioniert die Gliedertaxe?

Jedem Körperteil ist in der Gliedertaxe ein bestimmter Prozentsatz zugeordnet. Der vollständige Verlust eines Körperteils entspricht dem dort festgelegten Invaliditätsgrad; bei einer teilweisen Funktionsbeeinträchtigung wird anteilig gerechnet. Dieser Grad wird dann auf die vereinbarte Versicherungssumme angewendet. Je höher die Prozentsätze in der Gliedertaxe eines Tarifs, desto höher fällt bei gleichem Schaden die Leistung aus — deshalb gibt es zwischen Tarifen erhebliche Unterschiede.

Warum eine gute Gliedertaxe so wichtig ist

Zwei Unfallversicherungen mit identischer Versicherungssumme können im Leistungsfall sehr unterschiedlich viel zahlen, wenn ihre Gliedertaxen abweichen. Eine „verbesserte" Gliedertaxe ordnet wichtigen Körperteilen höhere Prozentsätze zu und führt damit zu einer höheren Leistung. Beim Vergleich sollten Sie deshalb nicht nur auf die Versicherungssumme, sondern vor allem auf die Gliedertaxe achten.

Worauf Sie achten sollten

  • Höhe der Prozentsätze: Eine verbesserte Gliedertaxe bedeutet mehr Leistung.
  • Wichtige Körperteile: Achten Sie auf die Bewertung von Hand, Arm, Bein und Auge.
  • Progression beachten: In Kombination mit einer Progression steigt die Leistung bei hohen Invaliditätsgraden.
  • Nicht nur die Summe zählt: Die Gliedertaxe ist oft entscheidender als die reine Versicherungssumme.

So gehen Sie vor

  1. Vergleichen Sie nicht nur die Versicherungssumme, sondern die Gliedertaxen der Tarife.
  2. Achten Sie auf hohe Prozentsätze für zentrale Körperteile.
  3. Prüfen Sie das Zusammenspiel mit einer Progression.
  4. Lassen Sie sich die Unterschiede der Gliedertaxen erläutern.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Gliedertaxe bestimmt den Invaliditätsgrad und damit die Höhe der Invaliditätsleistung. In Kombination mit der Progression kann die Leistung bei schweren Unfällen überproportional steigen. Die Unfallversicherung ist eine Summenversicherung: Sie zahlt die vereinbarte Summe nach Invaliditätsgrad, unabhängig vom konkreten finanziellen Schaden.

Beispiel

Zwei Unfallversicherungen haben die gleiche Versicherungssumme. Nach einem Unfall mit dauerhafter Beeinträchtigung einer Hand zahlt der Tarif mit der verbesserten Gliedertaxe deutlich mehr, weil er der Hand einen höheren Invaliditätsgrad zuordnet. Der Versicherte, der beim Abschluss auf die Gliedertaxe geachtet hatte, erhält dadurch eine spürbar höhere Invaliditätsleistung als bei einem Tarif mit Standard-Gliedertaxe.

Häufige Fragen

Gliedertaxe — Ihre Fragen

Was ist die Gliedertaxe?
Die Gliedertaxe ist eine Tabelle in der privaten Unfallversicherung, die festlegt, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust oder Funktionsverlust einzelner Körperteile gilt. Aus diesem Grad und der Versicherungssumme errechnet sich die Invaliditätsleistung.
Warum ist die Gliedertaxe so wichtig?
Weil zwei Tarife mit gleicher Versicherungssumme im Leistungsfall sehr unterschiedlich viel zahlen können, wenn ihre Gliedertaxen abweichen. Eine verbesserte Gliedertaxe ordnet wichtigen Körperteilen höhere Prozentsätze zu und führt zu höheren Leistungen.
Worauf sollte ich bei der Gliedertaxe achten?
Auf hohe Prozentsätze für zentrale Körperteile wie Hand, Arm, Bein und Auge sowie auf das Zusammenspiel mit einer Progression. Vergleichen Sie nicht nur die Versicherungssumme, sondern vor allem die Gliedertaxe.
Wie wird bei teilweiser Beeinträchtigung gerechnet?
Bei einer teilweisen Funktionsbeeinträchtigung wird anteilig gerechnet: Statt des vollen Invaliditätsgrades für den Verlust eines Körperteils gilt ein entsprechender Teilwert, der dann auf die Versicherungssumme angewendet wird.

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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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