Krankentagegeld
Auch: Krankentagegeldversicherung, KTG
Kurz erklärt
Das Krankentagegeld ersetzt bei längerer Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall, wenn die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Es wird als vereinbarter Tagessatz gezahlt und ist besonders für Selbstständige und gut verdienende Angestellte wichtig.
Auf einen Blick
- Was es ist
- Tagessatz bei Arbeitsunfähigkeit
- Greift
- Nach Ende der Lohnfortzahlung
- Wichtig für
- Selbstständige, Gutverdiener, PKV-Versicherte
- Steuergröße
- Karenzzeit (Leistungsbeginn)
- Grenze
- Keine Überversicherung über das Netto
Das Krankentagegeld ist eine Versicherungsleistung, die bei längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall auffängt. Sie greift typischerweise dann, wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet — bei Angestellten in der Regel nach sechs Wochen. Ohne Krankentagegeld droht in dieser Phase eine spürbare Einkommenslücke, weil das gesetzliche Krankengeld oft deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen liegt und Selbstständige es gar nicht automatisch erhalten.
Wie funktioniert das Krankentagegeld?
Sie vereinbaren einen festen Tagessatz, der nach Ablauf der Karenzzeit für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird — meist bis zur Genesung oder bis zum Eintritt einer Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Tagessatzes orientiert sich am tatsächlichen Nettoeinkommen; eine Überversicherung ist nicht zulässig, da das Krankentagegeld den Verdienstausfall ausgleichen, nicht übersteigen soll.
Für wen das Krankentagegeld besonders wichtig ist
- Selbstständige und Freiberufler: Sie haben keine Lohnfortzahlung und sind besonders auf eine Absicherung angewiesen.
- Gut verdienende Angestellte: Für sie ist die Lücke zwischen Krankengeld und Nettoeinkommen oft groß.
- Privat Krankenversicherte: Sie erhalten kein gesetzliches Krankengeld und sichern den Verdienstausfall über das Krankentagegeld ab.
Die Rolle der Karenzzeit
Beim Krankentagegeld spielt die Karenzzeit eine zentrale Rolle: Sie legt fest, ab welchem Krankheitstag das Tagegeld einsetzt. Angestellte stimmen die Karenzzeit sinnvoll auf das Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung ab, Selbstständige wählen sie oft kürzer. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag, setzt aber voraus, dass Sie die leistungsfreie Zeit überbrücken können.
Worauf Sie achten sollten
- Tagessatz realistisch wählen: Er sollte Ihren Nettoverdienstausfall decken.
- Karenzzeit abstimmen: Auf das Ende der Lohnfortzahlung bzw. Ihre Reserven.
- Gesundheitsprüfung beachten: Vorerkrankungen können Annahme und Beitrag beeinflussen.
- Übergang zur BU prüfen: Klären Sie, wie sich Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit ergänzen.
So gehen Sie vor
- Ermitteln Sie Ihren täglichen Nettoverdienstausfall im Krankheitsfall.
- Wählen Sie einen passenden Tagessatz, ohne zu überversichern.
- Stimmen Sie die Karenzzeit auf Lohnfortzahlung oder Reserven ab.
- Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Das Krankentagegeld sichert vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ab, während die Berufsunfähigkeitsversicherung bei dauerhafter Berufsunfähigkeit greift — beide ergänzen sich. Über die Karenzzeit steuern Sie den Leistungsbeginn und damit den Beitrag. Anders als das Pflegetagegeld bezieht sich das Krankentagegeld auf die Arbeitsunfähigkeit, nicht auf die Pflegebedürftigkeit.
Beispiel
Ein Selbstständiger erkrankt und kann mehrere Wochen nicht arbeiten. Da er keine Lohnfortzahlung erhält, würde sein Einkommen komplett wegfallen. Sein Krankentagegeld zahlt nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit einen festen Tagessatz, mit dem er laufende Kosten weiter decken kann. Den kurzen leistungsfreien Zeitraum bis zum Beginn überbrückt er bewusst aus seinen Rücklagen, um den Beitrag niedrig zu halten.
Krankentagegeld — Ihre Fragen
Wer braucht ein Krankentagegeld?
Ab wann zahlt das Krankentagegeld?
Wie hoch sollte der Tagessatz sein?
Was ist der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung?
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