Versicherungslexikon

Krankentagegeld

Auch: Krankentagegeldversicherung, KTG

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Das Krankentagegeld ersetzt bei längerer Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall, wenn die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Es wird als vereinbarter Tagessatz gezahlt und ist besonders für Selbstständige und gut verdienende Angestellte wichtig.

Auf einen Blick

Was es ist
Tagessatz bei Arbeitsunfähigkeit
Greift
Nach Ende der Lohnfortzahlung
Wichtig für
Selbstständige, Gutverdiener, PKV-Versicherte
Steuergröße
Karenzzeit (Leistungsbeginn)
Grenze
Keine Überversicherung über das Netto

Das Krankentagegeld ist eine Versicherungsleistung, die bei längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit den Verdienstausfall auffängt. Sie greift typischerweise dann, wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet — bei Angestellten in der Regel nach sechs Wochen. Ohne Krankentagegeld droht in dieser Phase eine spürbare Einkommenslücke, weil das gesetzliche Krankengeld oft deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen liegt und Selbstständige es gar nicht automatisch erhalten.

Wie funktioniert das Krankentagegeld?

Sie vereinbaren einen festen Tagessatz, der nach Ablauf der Karenzzeit für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird — meist bis zur Genesung oder bis zum Eintritt einer Berufsunfähigkeit. Die Höhe des Tagessatzes orientiert sich am tatsächlichen Nettoeinkommen; eine Überversicherung ist nicht zulässig, da das Krankentagegeld den Verdienstausfall ausgleichen, nicht übersteigen soll.

Für wen das Krankentagegeld besonders wichtig ist

  • Selbstständige und Freiberufler: Sie haben keine Lohnfortzahlung und sind besonders auf eine Absicherung angewiesen.
  • Gut verdienende Angestellte: Für sie ist die Lücke zwischen Krankengeld und Nettoeinkommen oft groß.
  • Privat Krankenversicherte: Sie erhalten kein gesetzliches Krankengeld und sichern den Verdienstausfall über das Krankentagegeld ab.

Die Rolle der Karenzzeit

Beim Krankentagegeld spielt die Karenzzeit eine zentrale Rolle: Sie legt fest, ab welchem Krankheitstag das Tagegeld einsetzt. Angestellte stimmen die Karenzzeit sinnvoll auf das Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung ab, Selbstständige wählen sie oft kürzer. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag, setzt aber voraus, dass Sie die leistungsfreie Zeit überbrücken können.

Worauf Sie achten sollten

  • Tagessatz realistisch wählen: Er sollte Ihren Nettoverdienstausfall decken.
  • Karenzzeit abstimmen: Auf das Ende der Lohnfortzahlung bzw. Ihre Reserven.
  • Gesundheitsprüfung beachten: Vorerkrankungen können Annahme und Beitrag beeinflussen.
  • Übergang zur BU prüfen: Klären Sie, wie sich Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit ergänzen.

So gehen Sie vor

  1. Ermitteln Sie Ihren täglichen Nettoverdienstausfall im Krankheitsfall.
  2. Wählen Sie einen passenden Tagessatz, ohne zu überversichern.
  3. Stimmen Sie die Karenzzeit auf Lohnfortzahlung oder Reserven ab.
  4. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Das Krankentagegeld sichert vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ab, während die Berufsunfähigkeitsversicherung bei dauerhafter Berufsunfähigkeit greift — beide ergänzen sich. Über die Karenzzeit steuern Sie den Leistungsbeginn und damit den Beitrag. Anders als das Pflegetagegeld bezieht sich das Krankentagegeld auf die Arbeitsunfähigkeit, nicht auf die Pflegebedürftigkeit.

Beispiel

Ein Selbstständiger erkrankt und kann mehrere Wochen nicht arbeiten. Da er keine Lohnfortzahlung erhält, würde sein Einkommen komplett wegfallen. Sein Krankentagegeld zahlt nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit einen festen Tagessatz, mit dem er laufende Kosten weiter decken kann. Den kurzen leistungsfreien Zeitraum bis zum Beginn überbrückt er bewusst aus seinen Rücklagen, um den Beitrag niedrig zu halten.

Häufige Fragen

Krankentagegeld — Ihre Fragen

Wer braucht ein Krankentagegeld?
Besonders Selbstständige, Freiberufler und privat Krankenversicherte, da sie keine Lohnfortzahlung bzw. kein gesetzliches Krankengeld erhalten. Auch gut verdienende Angestellte sichern damit die Lücke zwischen Krankengeld und Nettoeinkommen ab.
Ab wann zahlt das Krankentagegeld?
Das hängt von der vereinbarten Karenzzeit ab. Angestellte lassen es oft nach dem Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung beginnen, Selbstständige wählen häufig eine kürzere Karenzzeit. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag.
Wie hoch sollte der Tagessatz sein?
Der Tagessatz sollte Ihren täglichen Nettoverdienstausfall decken. Eine Überversicherung ist nicht zulässig, da das Krankentagegeld den Verdienstausfall ausgleichen, nicht übersteigen soll.
Was ist der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das Krankentagegeld sichert eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ab und wird tageweise gezahlt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können. Beide ergänzen sich.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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