Regress
Auch: Rückgriff, Regressanspruch
Kurz erklärt
Regress bedeutet, dass ein Versicherer, der eine Leistung erbracht hat, das Geld vom eigentlichen Verursacher zurückfordert. Typisch ist der Regress, wenn ein Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht oder eine Obliegenheit verletzt wurde.
Auf einen Blick
- Auch genannt
- Rückgriff
- Bedeutung
- Rückforderung beim Verursacher
- Typische Auslöser
- Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Obliegenheitsverstoß
- Bekannt aus
- Kfz-Haftpflicht
- Schutz
- Obliegenheiten einhalten, Verzichtsklauseln
Der Begriff Regress (auch Rückgriff) beschreibt den Anspruch, mit dem ein Versicherer oder ein anderer Zahler das geleistete Geld vom eigentlichen Verursacher zurückfordert. Vereinfacht: Der Versicherer zahlt zunächst — etwa an den Geschädigten — und holt sich den Betrag anschließend bei demjenigen zurück, der den Schaden zu verantworten hat. Regress ist damit ein wichtiges Instrument, um Kosten letztlich beim Verursacher zu belassen.
Wann kommt es zum Regress?
Ein Regress ist typischerweise möglich, wenn:
- ein Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurde,
- eine Obliegenheit verletzt wurde (z. B. Trunkenheit am Steuer),
- ein Dritter den Schaden verschuldet hat und der eigene Versicherer in Vorleistung gegangen ist,
- gesetzliche Rückgriffsrechte bestehen (etwa bei Sozialversicherungsträgern).
Regress in der Kfz-Versicherung
Besonders bekannt ist der Regress in der Kfz-Haftpflicht: Verursacht jemand grob pflichtwidrig einen Unfall — etwa alkoholisiert oder nach Fahrerflucht —, zahlt die Haftpflicht zwar den Schaden des Unfallgegners, kann aber anschließend einen Teil der Kosten beim eigenen Versicherungsnehmer zurückfordern. Die Höhe dieses Rückgriffs ist gesetzlich begrenzt, kann aber spürbar sein.
Worauf Sie achten sollten
- Obliegenheiten einhalten: Viele Regressfälle entstehen durch verletzte Pflichten.
- Kein Alkohol/Drogen am Steuer: Ein klassischer Auslöser für Rückgriff.
- Schäden korrekt melden: Fahrerflucht oder verspätete Meldung erhöhen das Regressrisiko.
- Verzichtsklauseln prüfen: Manche Tarife verzichten in bestimmten Fällen auf den Regress.
So gehen Sie vor
- Halten Sie alle vertraglichen Obliegenheiten ein.
- Vermeiden Sie grob pflichtwidriges Verhalten, besonders im Straßenverkehr.
- Melden Sie Schäden unverzüglich und vollständig.
- Prüfen Sie, ob Ihr Tarif einen Regressverzicht vorsieht.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Der Regress knüpft häufig an eine grobe Fahrlässigkeit oder eine verletzte Obliegenheit an. Anders als die bloße Leistungskürzung richtet sich der Rückgriff darauf, bereits gezahltes Geld zurückzuholen. Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich unter anderem aus dem Versicherungsvertragsgesetz und weiteren gesetzlichen Regelungen.
Beispiel
Ein Fahrer verursacht alkoholisiert einen Unfall. Seine Kfz-Haftpflicht reguliert den Schaden des Unfallgegners, weil der Schutz Dritter Vorrang hat. Anschließend nimmt der Versicherer den Fahrer jedoch im Wege des Regresses in Anspruch und fordert einen gesetzlich begrenzten Teil der Kosten zurück — weil der Fahrer durch die Trunkenheit seine Obliegenheiten grob verletzt hat.
Regress — Ihre Fragen
Was bedeutet Regress in der Versicherung?
Wann kann mein Versicherer Regress nehmen?
Wie hoch kann ein Regress in der Kfz-Haftpflicht sein?
Wie kann ich einen Regress vermeiden?
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