HDI-Hauptvertretung Patrick Menzel
Grobe Fahrlässigkeit
Auch: grob fahrlässig, grobe Fahrlässigkeit
Kurz erklärt
Grobe Fahrlässigkeit bedeutet, dass jemand die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße außer Acht lässt. In der Versicherung kann das die Leistung kürzen — viele moderne Tarife verzichten aber ganz oder teilweise auf diese Kürzung.
Auf einen Blick
- Was es ist
- Besonders schwere Sorgfaltsverletzung
- Zwischen
- Einfacher Fahrlässigkeit und Vorsatz
- Folge
- Mögliche Kürzung der Leistung
- Wichtig
- Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit
- Rechtsgrundlage
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
Von grober Fahrlässigkeit spricht man, wenn jemand die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt — also etwas außer Acht lässt, das in der konkreten Situation jedem hätte einleuchten müssen. In der Versicherung ist dieser Begriff entscheidend, weil er darüber mitbestimmt, ob und in welcher Höhe der Versicherer im Schadensfall leistet. Zwischen einfacher Fahrlässigkeit und Vorsatz bildet die grobe Fahrlässigkeit die kritische Mittelstufe.
Die drei Verschuldensgrade
| Grad | Bedeutung | Typische Folge |
|---|---|---|
| Einfache Fahrlässigkeit | Normale Unachtsamkeit | Voller Versicherungsschutz |
| Grobe Fahrlässigkeit | Besonders schwere Sorgfaltsverletzung | Mögliche Kürzung der Leistung |
| Vorsatz | Bewusstes, gewolltes Handeln | In der Regel keine Leistung |
Wie wirkt sich grobe Fahrlässigkeit aus?
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz darf der Versicherer bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden seine Leistung entsprechend der Schwere des Verschuldens kürzen. Wie stark gekürzt wird, hängt vom Einzelfall ab. Klassische Beispiele sind ein überfahrenes Rotlicht, eine auf dem Herd vergessene Pfanne oder ein nicht abgeschlossenes Fenster bei Abwesenheit. Wichtig: Viele moderne Tarife enthalten einen Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und leisten dann trotzdem voll.
Worauf Sie achten sollten
- Verzichtsklausel suchen: Tarife mit „Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit" bieten besseren Schutz.
- Umfang prüfen: Manche Tarife verzichten nur bis zu einer bestimmten Höhe.
- Obliegenheiten einhalten: Sicherheitsvorkehrungen mindern das Risiko einer Kürzung.
- Im Schadensfall dokumentieren: Eine gute Dokumentation hilft bei der Bewertung des Verschuldens.
So gehen Sie vor
- Prüfen Sie, ob Ihr Tarif auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet.
- Achten Sie auf den Umfang dieses Verzichts.
- Halten Sie vereinbarte Sicherheitsvorkehrungen ein.
- Dokumentieren Sie einen Schaden sorgfältig.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Die grobe Fahrlässigkeit ist eng mit der Obliegenheit verbunden, denn auch deren Verletzung wird nach dem Verschuldensgrad bewertet. Sie steht zwischen einfacher Fahrlässigkeit und Vorsatz; die rechtlichen Folgen ergeben sich aus dem Versicherungsvertragsgesetz. Bei der Schadenfreiheitsklasse in der Kfz-Versicherung spielt das Verschulden ebenfalls eine Rolle.
Beispiel
Beim Verlassen der Wohnung lässt jemand eine Kerze brennen, wodurch ein Brand entsteht. Das gilt regelmäßig als grob fahrlässig. Ohne entsprechende Klausel dürfte der Versicherer die Leistung kürzen. Enthält die Hausratversicherung jedoch den Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit, leistet sie trotzdem in vollem Umfang — ein wichtiger Vorteil im Ernstfall.
Grobe Fahrlässigkeit — Ihre Fragen
Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit?
Zahlt die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit?
Was ist der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit?
Was ist der Unterschied zwischen grober Fahrlässigkeit und Vorsatz?
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