Versicherungslexikon

Allgefahrendeckung

Auch: Allrisk, All-Risk-Deckung, Allgefahrenversicherung

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die Allgefahrendeckung (Allrisk) versichert grundsätzlich alle Gefahren, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Sie bietet damit einen besonders breiten Schutz — im Gegensatz zur klassischen Deckung, die nur die ausdrücklich genannten Gefahren absichert.

Auf einen Blick

Auch genannt
Allrisk, All-Risk-Deckung
Prinzip
Alles versichert außer Ausgeschlossenes
Schutz
Besonders breit
Entscheidend
Die Ausschlussliste
Beitrag
Tendenziell höher

Die Allgefahrendeckung — auch Allrisk oder All-Risk-Deckung — kehrt das übliche Prinzip der Versicherung um: Statt einzelne versicherte Gefahren aufzuzählen, sind grundsätzlich alle Gefahren versichert, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Das macht sie zu einem besonders umfassenden Schutz. Wichtig wird dadurch das Kleingedruckte: Nicht der Katalog der versicherten Gefahren entscheidet, sondern die Liste der Ausschlüsse.

Allgefahren- oder klassische Deckung?

MerkmalAllgefahrendeckung (Allrisk)Klassische Deckung
PrinzipAlles versichert, außer ausgeschlossenNur benannte Gefahren versichert
SchutzumfangSehr breitBegrenzt auf genannte Gefahren
EntscheidendDie AusschlusslisteDer Gefahrenkatalog
BeitragTendenziell höherTendenziell niedriger

Wo die Allgefahrendeckung vorkommt

Allrisk-Konzepte finden sich vor allem bei höherwertigen oder gewerblichen Risiken — etwa in der Elektronik-, Maschinen-, Schmuck- oder bestimmten Hausrat- und Gebäudeversicherungen. Auch für wertvolle Einzelstücke gibt es Allgefahren-Lösungen. Der breite Schutz hat seinen Preis: Der Beitrag liegt in der Regel höher als bei einer klassischen Deckung, dafür sind auch unvorhergesehene Schadenereignisse abgedeckt.

Worauf Sie achten sollten

  • Ausschlüsse genau lesen: Bei Allrisk entscheidet die Ausschlussliste über den Schutz.
  • Beitrag abwägen: Der breitere Schutz kostet meist mehr.
  • Bedarf prüfen: Für hochwertige oder besondere Risiken kann Allrisk sinnvoll sein.
  • Selbstbeteiligung beachten: Oft ist ein Selbstbehalt vereinbart.

So gehen Sie vor

  1. Prüfen Sie, ob ein breiter Allgefahrenschutz Ihrem Bedarf entspricht.
  2. Lesen Sie die Ausschlussliste besonders sorgfältig.
  3. Vergleichen Sie Beitrag und Leistungsumfang mit einer klassischen Deckung.
  4. Achten Sie auf Selbstbeteiligung und Höchstgrenzen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Bei der Allgefahrendeckung entscheidet der Leistungsausschluss über den Schutz, da alles Nicht-Ausgeschlossene versichert ist. Sie steht im Gegensatz zur benannten Gefahrendeckung. Wie viel der Versicherer zahlt, richtet sich nach der Deckungssumme und einer etwaigen Selbstbeteiligung.

Beispiel

Für eine wertvolle Fotoausrüstung wählt ein Fotograf eine Elektronikversicherung mit Allgefahrendeckung. Anders als bei einer klassischen Police, die nur bestimmte Gefahren abdeckt, sind hier grundsätzlich alle Schadenereignisse versichert, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind — auch ein unglücklicher Sturz der Kamera. Den höheren Beitrag akzeptiert er für den umfassenden Schutz seines teuren Arbeitsgeräts.

Häufige Fragen

Allgefahrendeckung — Ihre Fragen

Was ist eine Allgefahrendeckung?
Bei der Allgefahrendeckung (Allrisk) sind grundsätzlich alle Gefahren versichert, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Sie bietet damit einen besonders breiten Schutz — im Gegensatz zur klassischen Deckung, die nur benannte Gefahren absichert.
Was ist der Unterschied zur klassischen Deckung?
Die klassische Deckung versichert nur die ausdrücklich genannten Gefahren. Bei Allrisk ist alles versichert, was nicht ausgeschlossen ist — entscheidend ist hier also die Ausschlussliste statt der Gefahrenkatalog.
Wann lohnt sich eine Allgefahrendeckung?
Vor allem für höherwertige oder besondere Risiken wie Elektronik, Maschinen, Schmuck oder wertvolle Einzelstücke. Der umfassende Schutz hat seinen Preis, deckt dafür aber auch unvorhergesehene Schadenereignisse ab.
Worauf muss ich bei Allrisk besonders achten?
Auf die Ausschlussliste, denn sie entscheidet bei Allrisk über den Schutz. Lesen Sie die Ausschlüsse sorgfältig und achten Sie zusätzlich auf Selbstbeteiligung und Höchstgrenzen.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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