Versicherungslexikon

Betriebsunterbrechungsversicherung

Auch: Betriebsunterbrechung, BU-Versicherung (Gewerbe), Ertragsausfallversicherung

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt entgangene Erträge und fortlaufende Kosten, wenn ein Betrieb nach einem versicherten Schaden vorübergehend stillsteht. Sie sichert so die wirtschaftliche Existenz, während der Geschäftsbetrieb ruht.

Auf einen Blick

Ersetzt
Ertragsausfall + laufende Fixkosten
Auslöser
Versicherter Sachschaden mit Stillstand
Dauer
Für die vereinbarte Haftzeit
Wichtig für
Existenzsicherung von Betrieben
Ergänzt
Inhalts- und Sachversicherung

Die Betriebsunterbrechungsversicherung (oft „BU" im gewerblichen Sinn oder Ertragsausfallversicherung) springt ein, wenn ein Betrieb nach einem versicherten Sachschaden vorübergehend stillsteht. Während ein Sachschaden — etwa durch Brand, Leitungswasser oder Sturm — das Gebäude oder die Ausstattung beschädigt, deckt eine Sachversicherung die Reparatur. Doch der eigentliche wirtschaftliche Schaden entsteht oft erst durch den Stillstand: Umsätze brechen weg, während Miete, Löhne und andere fixe Kosten weiterlaufen. Genau diese Lücke schließt die Betriebsunterbrechungsversicherung.

Was die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt

Sie ersetzt für die Dauer der Unterbrechung im Wesentlichen:

  • entgangenen Betriebsgewinn,
  • fortlaufende Fixkosten wie Miete, Gehälter oder Leasingraten,
  • teils Mehrkosten, die zur schnelleren Wiederaufnahme des Betriebs anfallen.

Voraussetzung ist in der Regel ein versicherter Sachschaden als Auslöser. Die Leistung wird für die vereinbarte Haftzeit gezahlt, bis der Betrieb wieder läuft.

Warum sie für Unternehmen wichtig ist

Viele Betriebe könnten den Wiederaufbau nach einem Schaden finanziell stemmen — aber nicht den wochen- oder monatelangen Umsatzausfall bei gleichzeitig weiterlaufenden Kosten. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann eine längere Betriebsunterbrechung existenzbedrohend sein. Die Versicherung sorgt dafür, dass der Betrieb diese Phase wirtschaftlich übersteht.

Worauf Sie achten sollten

  • Haftzeit ausreichend wählen: Sie sollte den realistischen Wiederaufbauzeitraum abdecken.
  • Versicherungssumme passend ansetzen: Orientierung an Gewinn und Fixkosten.
  • Auslösende Gefahren prüfen: Welche Sachschäden lösen die Leistung aus?
  • Mehrkosten beachten: Kosten zur schnelleren Wiederaufnahme können wichtig sein.

So gehen Sie vor

  1. Schätzen Sie, wie lange ein Wiederaufbau nach einem schweren Schaden dauern würde.
  2. Wählen Sie eine ausreichende Haftzeit.
  3. Bemessen Sie die Versicherungssumme an Gewinn und Fixkosten.
  4. Stimmen Sie die auslösenden Gefahren mit Ihrer Sachversicherung ab.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Betriebsunterbrechungsversicherung ergänzt die Inhaltsversicherung und andere Sachversicherungen: Diese ersetzen den Sachschaden, jene den daraus folgenden Ertragsausfall. Wie viel gezahlt wird, hängt von Versicherungssumme und Haftzeit ab. Als Schadenversicherung orientiert sie sich am tatsächlichen Ausfall, nicht an einer festen Summe.

Beispiel

In einem Restaurant entsteht durch einen Brand ein erheblicher Schaden, der Betrieb muss für mehrere Wochen schließen. Die Sachversicherung zahlt die Reparatur, doch Miete und Gehälter laufen weiter, während keine Einnahmen fließen. Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt den entgangenen Gewinn und die fortlaufenden Fixkosten für die Dauer der Schließung — so übersteht das Restaurant die Unterbrechung wirtschaftlich.

Häufige Fragen

Betriebsunterbrechungsversicherung — Ihre Fragen

Was ist die Betriebsunterbrechungsversicherung?
Sie ersetzt entgangene Erträge und fortlaufende Kosten, wenn ein Betrieb nach einem versicherten Schaden vorübergehend stillsteht. So sichert sie die wirtschaftliche Existenz, während der Geschäftsbetrieb ruht.
Was ersetzt die Betriebsunterbrechungsversicherung genau?
Im Wesentlichen den entgangenen Betriebsgewinn und die fortlaufenden Fixkosten wie Miete, Gehälter oder Leasingraten, teils auch Mehrkosten zur schnelleren Wiederaufnahme des Betriebs — für die vereinbarte Haftzeit.
Wann zahlt die Betriebsunterbrechungsversicherung?
In der Regel, wenn ein versicherter Sachschaden — etwa durch Brand, Leitungswasser oder Sturm — den Betrieb unterbricht. Welche Gefahren als Auslöser gelten, steht in den Bedingungen und sollte mit der Sachversicherung abgestimmt sein.
Wie lange wird geleistet?
Für die vereinbarte Haftzeit, also bis der Betrieb wieder läuft, längstens jedoch für den vertraglich festgelegten Zeitraum. Die Haftzeit sollte den realistischen Wiederaufbauzeitraum abdecken.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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