Versicherungslexikon

Direktversicherung

Auch: Direktversicherung bAV, betriebliche Direktversicherung

Von Volodymyr Snihovyi Zuletzt aktualisiert: 2 Min Lesezeit

Kurz erklärt

Die Direktversicherung ist ein verbreiteter Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer eine Lebens- oder Rentenversicherung ab; die Beiträge fließen häufig per Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt.

Auf einen Blick

Was es ist
Durchführungsweg der bAV
Versicherungsnehmer
Der Arbeitgeber
Finanzierung
Oft Entgeltumwandlung aus dem Brutto
Vorteil
Steuer-/Abgabenvorteil + Zuschuss
Jobwechsel
Übertragbarkeit prüfen

Die Direktversicherung ist einer der häufigsten Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Dabei schließt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer eine Lebens- oder Rentenversicherung ab, in die regelmäßig Beiträge fließen. Sehr verbreitet ist die Finanzierung per Entgeltumwandlung: Ein Teil des Bruttogehalts wird in die Direktversicherung eingezahlt, statt direkt ausgezahlt zu werden — mit den entsprechenden steuerlichen und oft sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen in der Ansparphase.

Wie funktioniert die Direktversicherung?

Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, der Arbeitnehmer die versicherte und bezugsberechtigte Person. Die Beiträge werden direkt über die Gehaltsabrechnung abgeführt. Da sie meist aus dem Bruttogehalt stammen, sinkt das zu versteuernde Einkommen. Zudem sind Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung grundsätzlich verpflichtet, einen Zuschuss zu leisten, soweit sie Sozialabgaben einsparen. Im Alter wird die vereinbarte Leistung als Rente oder Kapital ausgezahlt.

Vorteile und Hinweise

  • Steuer- und Abgabenvorteil: in der Ansparphase durch Entgeltumwandlung,
  • Arbeitgeberzuschuss: erhöht die Attraktivität spürbar,
  • Einfacher Aufbau: Abwicklung läuft bequem über den Arbeitgeber,
  • Nachgelagerte Besteuerung: die spätere Leistung wird versteuert und kann verbeitragt werden.

Was passiert beim Jobwechsel?

Ein wichtiger Punkt ist die Portabilität: Bei einem Arbeitgeberwechsel kann die Direktversicherung je nach Konstellation übertragen, beim alten Anbieter privat fortgeführt oder beitragsfrei gestellt werden. Klären Sie die Möglichkeiten frühzeitig, um Nachteile zu vermeiden und den aufgebauten Schutz zu erhalten.

Worauf Sie achten sollten

  • Arbeitgeberzuschuss klären: Höhe und Bedingungen erfragen.
  • Konditionen prüfen: Kosten und Leistungen des konkreten Vertrags vergleichen.
  • Jobwechsel mitdenken: Übertragbarkeit und Fortführung klären.
  • Gesamtvorsorge betrachten: Die Direktversicherung ist ein Baustein neben gesetzlicher und privater Vorsorge.

So gehen Sie vor

  1. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach dem Angebot und dem Zuschuss.
  2. Prüfen Sie Kosten, Leistungen und Flexibilität des Vertrags.
  3. Berücksichtigen Sie die nachgelagerte Besteuerung in der Rente.
  4. Klären Sie die Übertragbarkeit für den Fall eines Jobwechsels.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Direktversicherung ist ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge und nutzt häufig die Entgeltumwandlung. Wie bei der privaten Rentenversicherung bestimmen Beiträge und Laufzeit das Ergebnis. Im Unterschied zu Riester- und Rürup-Rente läuft die Direktversicherung über den Arbeitgeber.

Beispiel

Eine Angestellte vereinbart mit ihrem Arbeitgeber eine Direktversicherung und wandelt dafür einen Teil ihres Bruttogehalts um. Weil das ihr steuerpflichtiges Einkommen senkt und der Arbeitgeber einen Zuschuss leistet, fließt mehr in die Vorsorge, als sie netto aufwendet. Bei einem späteren Jobwechsel klärt sie rechtzeitig, dass sie den Vertrag fortführen kann, und erhält so den aufgebauten Schutz.

Häufige Fragen

Direktversicherung — Ihre Fragen

Was ist eine Direktversicherung?
Sie ist ein verbreiteter Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge: Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer eine Lebens- oder Rentenversicherung ab, die häufig per Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt finanziert wird.
Welche Vorteile hat die Direktversicherung?
In der Ansparphase profitieren Sie über die Entgeltumwandlung von Steuer- und oft Sozialabgabenvorteilen, viele Arbeitgeber leisten zudem einen Zuschuss. Die Abwicklung ist einfach, weil sie über den Arbeitgeber läuft.
Was passiert mit der Direktversicherung beim Jobwechsel?
Je nach Konstellation lässt sie sich übertragen, privat fortführen oder beitragsfrei stellen. Klären Sie die Übertragbarkeit frühzeitig, damit der aufgebaute Schutz erhalten bleibt.
Wird die Leistung aus der Direktversicherung besteuert?
Ja. Es gilt die nachgelagerte Besteuerung: Den Vorteilen in der Ansparphase steht eine Besteuerung — und mögliche Verbeitragung — in der Auszahlungsphase gegenüber.
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Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Konkrete Bedingungen ergeben sich aus Ihrem Versicherungsvertrag und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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