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Frühstart-Rente: Was Eltern jetzt wissen müssen (Stand 2026)

10 Euro vom Staat, jeden Monat, für jedes Schulkind ab 6 — die Frühstart-Rente soll eine ganze Generation ans Kapitalmarktsparen heranführen. Wie sie funktioniert, wer sie bekommt, wann sie wirklich startet und was Eltern jetzt schon tun können.

· 5 Min Lesezeit · Volodymyr Snihovyi
Frühstart-Rente 2026: Titelbild mit Sparschwein, Münzen, Schulkindern, Schutzschild und staatlichem Gebäude zur geplanten Altersvorsorge für Kinder.

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Vorgelesen von Versipedia · 8:05 Min

Zehn Euro klingen unspektakulär — doch die Frühstart-Rente ist der wohl größte Umbau der privaten Altersvorsorge seit der Riester-Rente: Der Staat will künftig für jedes Schulkind ab sechs Jahren monatlich 10 Euro in ein eigenes Altersvorsorgedepot einzahlen, zwölf Jahre lang. Das Ziel: Eine ganze Generation soll früh und automatisch vom Kapitalmarkt profitieren — und der Zinseszins bekommt sechs Jahrzehnte Zeit zu arbeiten. Hier ist der aktuelle Stand, nüchtern sortiert.

Auf einen Blick: Die Frühstart-Rente sieht 10 Euro staatliche Prämie pro Monat für Kinder von 6 bis 18 Jahren vor, die in Deutschland eine Schule besuchen — eingezahlt in ein privates, kapitalgedecktes Depot, das die Eltern bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen. Die Erträge bleiben bis zur Auszahlungsphase steuerfrei, ausgezahlt wird ab Renteneintritt. Starten soll das Programm mit dem Geburtsjahrgang 2020, die Prämie rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Wichtig: Das Gesetz ist noch nicht beschlossen (Stand: Juli 2026) — die Eckpunkte stehen seit Dezember 2025, der praktische Start wird in der Fachwelt zum 1. Januar 2027 erwartet.

Wie die Frühstart-Rente funktioniert

  • Wer: Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren, die in Deutschland eine Schule besuchen — unabhängig vom Einkommen der Eltern.
  • Was: 10 Euro pro Monat vom Staat, insgesamt also bis zu 1.440 Euro über zwölf Jahre.
  • Wohin: In ein individuelles, privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot — die Eltern wählen den Anbieter frei, ein späterer Wechsel soll unkompliziert möglich sein.
  •  Zusätzlich: Eigene Einzahlungen durch Eltern, Großeltern oder andere Familienmitglieder sollen ermöglicht werden; ob und unter welchen Bedingungen dies möglich sein wird, regelt erst das Gesetz.
  • Steuern: Erträge bleiben in der gesamten Ansparphase steuerfrei — besteuert wird erst in der Auszahlungsphase im Rentenalter.
  • Mit 18: Das Depot läuft weiter — junge Erwachsene können selbst weitersparen und sollen nahtlos in die reformierte, staatlich geförderte private Altersvorsorge wechseln können. Eine vorzeitige Entnahme ist nicht vorgesehen: Ausgezahlt wird ab Renteneintritt.
  • Wenn Eltern nichts tun: Der Staat plant eine unbürokratische Auffanglösung — nicht abgerufene Prämien werden jahrgangsweise angelegt und können später auf ein individuelles Depot übertragen werden. Die 10 Euro verfallen also nicht.

Wer sie bekommt — und ab wann wirklich

Geplant ist ein gestaffelter Einstieg: Los geht es mit dem Geburtsjahrgang 2020 — den Kindern, die zum Programmstart sechs Jahre alt sind. Jedes Jahr kommt der nächste Jahrgang Sechsjähriger hinzu; ob und wann ältere Kinder (die heute 7- bis 17-Jährigen) einbezogen werden, ist noch offen. Für den Startjahrgang soll die Prämie rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 fließen — auch wenn das Gesetz später kommt.

Und genau da liegt der Haken: Das Kabinett hat am 17. Dezember 2025 die Eckpunkte beschlossen. Das Gesetz selbst ist Stand Juli 2026 noch nicht beschlossen; der Gesetzentwurf wird derzeit vorbereitet. In der Fachwelt wird erwartet, dass die Frühstart-Rente praktisch zum 1. Januar 2027 startet — zeitgleich mit der geplanten Reform der geförderten privaten Altersvorsorge —, und selbst dieser Termin gilt als sportlich, weil viele Verwaltungs- und Anbieterfragen offen sind. Eltern verlieren durch die Verzögerung aber nichts: Die Prämien für 2026 sollen nachgezahlt werden.

Was aus 10 Euro im Monat werden können

Die staatliche Einzahlung selbst ist überschaubar: 120 Euro im Jahr, 1.440 Euro über zwölf Jahre. Interessant wird es durch die lange Anlagedauer (Modellrechnung, jährliche Rendite vor Kosten und Steuern, ohne Gewähr):

  • Mit 18 stehen bei 6 Prozent Rendite rund 2.100 Euro im Depot, bei 7 Prozent etwa 2.250 Euro.
  • Bleibt das Geld bis 67 investiert — ohne einen weiteren Cent Einzahlung —, werden daraus bei 6 Prozent rund 36.000 Euro, bei 7 Prozent etwa 62.000 Euro.
  • Zahlen Eltern zusätzlich nur 25 Euro im Monat ein, vervielfacht sich das Ergebnis entsprechend — der Mechanismus ist derselbe: Zeit schlägt Betrag.

Die Rechnung zeigt beides: Die Frühstart-Rente allein finanziert keine Rente — aber sie ist ein kostenloser Grundstock mit sechs Jahrzehnten Zinseszins, und sie schafft für jedes Kind ein Depot, das Familien leicht selbst aufstocken können.

Kritik und offene Fragen

  • Die Höhe: 10 Euro monatlich sind symbolisch — Kritiker sprechen von einem Tropfen auf den heißen Stein gegen die Rentenlücke.
  • Der Zeitplan: Der ursprünglich angepeilte Start 2026 ist faktisch verstrichen; ob der 1. Januar 2027 hält, hängt am Gesetzgebungsverfahren und an der technischen Umsetzung.
  • Die Details: Anlageuniversum, Kostendeckel der Anbieter, die genauen Regeln für eigene Einzahlungen und die Frage, ob das Kapital im Alter verrentet werden muss — all das klärt erst der Gesetzestext.
  • Ältere Kinder: Wer heute 8 oder 12 ist, geht nach aktuellem Stand zunächst leer aus — eine Ausweitung ist im Gespräch, aber nicht zugesagt.

Was Eltern jetzt schon tun können

  1. Nichts überstürzen: Ein „Frühstart-Depot“ lässt sich noch nirgends eröffnen — Angebote, die heute mit dem Namen werben, sind normale Kinder-Depots ohne staatliche Prämie.
  2. Selbst starten lohnt trotzdem: Wer für sein Kind schon jetzt 10, 25 oder 50 Euro monatlich in einen breit gestreuten ETF-Sparplan legt, nutzt denselben Zinseszinseffekt — unabhängig davon, wann der Staat liefert. Ein späterer Übertrag oder Parallelbetrieb bleibt möglich.
  3. Jahrgang 2020? Unterlagen bereithalten: Für den Startjahrgang fließt die Prämie rückwirkend — mehr als abwarten und die Gesetzgebung verfolgen müssen Eltern derzeit nicht.
  4. Absicherung vor Rendite: Bevor fürs Kind gespart wird, sollte die Existenz der Familie stehen — vor allem die Absicherung der Eltern-Einkommen. Was dazu gehört, zeigt der Überblick Versicherungen für Familien.

Wie sich die Frühstart-Rente mit bestehender Altersvorsorge, Ausbildungsversicherungen oder dem eigenen Vorsorgeplan verzahnt, ist eine Einzelfallfrage: Auf Versipedia finden Sie Expertinnen und Experten für Altersvorsorge in Ihrer Region — oder Sie starten mit der kostenlosen Bedarfsanalyse.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Stand: Juli 2026 — das Gesetz zur Frühstart-Rente ist noch nicht verabschiedet; alle Angaben beruhen auf den Eckpunkten der Bundesregierung und können sich im Gesetzgebungsverfahren ändern. Die Modellrechnungen sind vereinfachte Beispiele ohne Berücksichtigung von Kosten und Steuern.

Häufige Fragen

Ab wann gibt es die Frühstart-Rente?
Das Gesetz ist Stand Juli 2026 noch nicht verabschiedet — beschlossen sind bislang die Eckpunkte des Kabinetts vom 17. Dezember 2025. In der Fachwelt wird der praktische Start zum 1. Januar 2027 erwartet, zeitgleich mit der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Für den Startjahrgang 2020 soll die Prämie von 10 Euro monatlich rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 nachgezahlt werden.
Für welche Jahrgänge gibt es die Frühstart-Rente?
Das Programm beginnt mit dem Geburtsjahrgang 2020 — den Kindern, die zum Start sechs Jahre alt sind. Danach kommt jedes Jahr der nächste Jahrgang Sechsjähriger hinzu. Berechtigt sind Kinder von 6 bis 18 Jahren, die in Deutschland eine Schule besuchen, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Ob ältere Jahrgänge nachträglich einbezogen werden, ist noch offen.
Müssen Eltern die Frühstart-Rente beantragen?
Nach den Eckpunkten eröffnen Eltern ein Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ihrer Wahl, in das der Staat die 10 Euro monatlich einzahlt. Wer nichts unternimmt, verliert die Förderung aber nicht: Geplant ist eine unbürokratische Auffanglösung, bei der nicht abgerufene Prämien jahrgangsweise angelegt und später auf ein individuelles Depot übertragen werden können. Die Details regelt das Gesetz.
Was passiert mit dem Frühstart-Depot, wenn das Kind 18 wird?
Die staatlichen Zahlungen enden mit dem 18. Geburtstag, das Depot läuft aber weiter: Junge Erwachsene können mit eigenen Beiträgen weitersparen und sollen nahtlos in die reformierte, staatlich geförderte private Altersvorsorge wechseln können. Eine vorzeitige Auszahlung ist nicht vorgesehen — das Kapital ist für den Renteneintritt bestimmt, die Erträge bleiben bis dahin steuerfrei.
Lohnen sich 10 Euro im Monat überhaupt?
Als alleinige Altersvorsorge nein — als kostenloser Grundstock ja. Die bis zu 1.440 Euro Staatsprämie wachsen in einer Modellrechnung mit 6 bis 7 Prozent Jahresrendite bis zum 18. Geburtstag auf rund 2.100 bis 2.250 Euro — und bleiben sie bis 67 investiert, werden ohne weitere Einzahlung rund 36.000 bis gut 60.000 Euro daraus. Der eigentliche Hebel ist die Zeit: Wer das Depot zusätzlich mit eigenen Beiträgen aufstockt, vervielfacht den Effekt.

Veröffentlicht am 21. Juli 2026

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