bu

BU ohne Gesundheitsfragen: Was wirklich geht

Die ehrliche Antwort vorweg: Eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung ganz ohne Gesundheitsfragen gibt es im Einzelgeschäft praktisch nicht. Es gibt aber vier legale Wege mit stark vereinfachter Prüfung — und einen teuren Irrweg, den Sie kennen sollten.

· 9 Min Lesezeit · Volodymyr Snihovyi
BU ohne Gesundheitsfragen: Titelbild mit Schutzschild, Fragezeichen, Regenschirm und Euro-Symbol zur Berufsunfähigkeitsversicherung ohne klassische Gesundheitsprüfung.

Diesen Artikel anhören

Vorgelesen von Versipedia · 13:44 Min

„Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen“ ist eine der meistgesuchten Formulierungen rund um die Arbeitskraftabsicherung — und eine der enttäuschendsten. Denn die Suche entspringt fast immer einem konkreten Problem: Rückenbeschwerden, eine Psychotherapie, eine Operation, ein Antrag, der schon einmal abgelehnt wurde. Dieser Artikel sagt zuerst, was nicht geht, und dann, was tatsächlich funktioniert.

Auf einen Blick: Eine vollwertige BU ohne jede Gesundheitsfrage gibt es im normalen Einzelgeschäft nicht. Stiftung Warentest formuliert es so: „Anträge ohne Gesundheitsfragen gibt es in der Regel nicht.“ Realistisch sind drei Wege mit vereinfachter oder entfallender erneuter Gesundheitsprüfung: der Gruppenvertrag über den Arbeitgeber, die Nachversicherungsgarantie in einem bestehenden Vertrag und Optionen aus Schüler-, Azubi- oder Studententarifen. Bei Vorerkrankungen hilft zusätzlich eine anonyme Risikovoranfrage, um vor einem offiziellen Antrag zu prüfen, welcher Versicherer zu welchen Bedingungen Versicherungsschutz anbietet. Wer bei Gesundheitsfragen schummelt, riskiert im Leistungsfall alles.

Warum Versicherer überhaupt fragen

Eine BU verspricht im Extremfall über Jahrzehnte eine monatliche Rente. Damit die Gemeinschaft der Versicherten das trägt, muss der Versicherer wissen, welches Risiko er annimmt. Rechtlich steht das in § 19 VVG: Sie müssen bis zur Vertragserklärung die Ihnen bekannten Gefahrumstände anzeigen, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat. Was nicht gefragt wird, müssen Sie nicht von sich aus offenlegen — was gefragt wird, aber vollständig und richtig.

Was bei falschen Angaben passiert

Das ist der Grund, warum „einfach nichts sagen“ keine Strategie ist. § 19 VVG staffelt die Folgen nach Verschulden:

  • Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit: Der Versicherer kann unter den Voraussetzungen des § 19 VVG grundsätzlich vom Vertrag zurücktreten. Ist der Versicherungsfall bereits eingetreten, entfällt die Leistung aber nicht automatisch: War der verschwiegene Umstand weder für den Eintritt noch für die Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht ursächlich, kann der Versicherer weiterhin leisten müssen. Bei arglistiger Verletzung gilt diese Ausnahme nicht.
  • Einfache Fahrlässigkeit: Er kann mit einer Frist von einem Monat kündigen.
  • Hätte er den Vertrag auch bei Kenntnis geschlossen — nur zu anderen Konditionen —, kommt eine rückwirkende Vertragsanpassung in Betracht, etwa mit Zuschlag oder Ausschluss.

Zwei Fristen begrenzen das: Der Versicherer muss seine Rechte innerhalb eines Monats ab Kenntnis geltend machen, und sie erlöschen fünf Jahre nach Vertragsschluss — bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung erst nach zehn Jahren (§ 21 VVG). Wichtig zu Ihren Gunsten: Der Versicherer hat diese Rechte nur, wenn er Sie durch gesonderte Mitteilung in Textform auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hingewiesen hat.

Wie oft das praktisch relevant wird, zeigen die Zahlen des Versichererverbands GDV: 80 Prozent aller Anträge auf eine BU-Rente werden bewilligt. Bei den Ablehnungen war 2023 in 10 Prozent der Fälle eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht die Ursache; der häufigste Ablehnungsgrund war mit 44 Prozent, dass die versicherte Person noch zu mindestens 50 Prozent im zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten konnte, gefolgt von 25 Prozent, in denen die Antragstellenden im Verfahren nicht mehr reagierten.

Wege zu einer BU trotz Gesundheitsprüfung

1. Der Kollektivvertrag über den Arbeitgeber

Der praktisch wichtigste Weg. Schließt ein Unternehmen für seine Belegschaft eine BU ab — häufig eingebettet in die betriebliche Altersversorgung —, verteilt sich das Risiko über viele Personen. Versicherer verzichten dann je nach Gruppengröße auf einen Teil der Fragen; bei größeren Kollektiven kann an die Stelle der Gesundheitsprüfung eine Dienstobliegenheitserklärung treten, in der der Arbeitgeber bestätigt, dass die Person arbeitsfähig ist und in den vergangenen Jahren nicht längere Zeit arbeitsunfähig war.

Das ist die realistischste Chance für Menschen mit Vorerkrankungen. Prüfen Sie aber die Kehrseiten:

  • Läuft der Vertrag über Entgeltumwandlung, ist die spätere BU-Rente voll steuer- und in der Regel beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung — die Nettorente fällt also niedriger aus als der Betrag auf dem Papier.
  • Beim Jobwechsel ist die Mitnahme nicht selbstverständlich. Klären Sie vorher, ob eine private Fortführung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.
  • Die versicherte Rente ist oft niedriger als das, was Sie individuell abschließen würden.

Fragen Sie in der Personalabteilung konkret nach, ob es einen Kollektivvertrag gibt und welche Prüfung er vorsieht. Viele Beschäftigte wissen nichts davon.

2. Die Nachversicherungsgarantie im bestehenden Vertrag

Wenn Sie bereits eine BU haben, ist das Ihr wertvollstes Recht: Bei definierten Anlässen dürfen Sie die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Typische Ereignisse sind Ausbildungs- oder Studienabschluss, Heirat oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft, Geburt oder Adoption eines Kindes, deutliche Gehaltserhöhung, Aufnahme einer hauptberuflichen Selbstständigkeit und der Kauf oder Bau einer Immobilie.

Drei Dinge entscheiden über den Erfolg:

  • Die Frist. Sie müssen die Erhöhung meist innerhalb von drei bis zwölf Monaten nach dem Ereignis beantragen — danach ist der Anlass verbraucht.
  • Der Preis. Für den neuen Rentenanteil gilt Ihr aktuelles Eintrittsalter, er kostet also mehr als der ursprüngliche Teil.
  • Die Grenzen. Fast alle Bedingungen deckeln die Erhöhung absolut und relativ zum Einkommen.

Wer heute jung und gesund abschließt, sollte deshalb weniger auf den Startbeitrag und mehr auf großzügige Nachversicherungsgarantien achten — sie sind die einzige verlässliche „BU ohne Gesundheitsfragen“, die man sich selbst erarbeiten kann. Warum der frühe Abschluss so viel wert ist, zeigt BU für Studenten: Warum der frühe Abschluss günstiger ist.

3. Optionen aus Schüler-, Azubi- und Studententarifen

Viele Verträge für junge Menschen enthalten das Recht, später — etwa mit dem Berufseinstieg oder dem Berufswechsel — in einen höherwertigen Tarif oder eine höhere Rente zu wechseln, ohne dass erneut Gesundheitsfragen gestellt werden. Wenn Ihre Eltern in Ihrer Jugend etwas abgeschlossen haben, lohnt der Blick in die alten Unterlagen. Passende Einstiegsfragen klärt Versicherungen für Azubis und Versicherungen für Berufseinsteiger.

4. Die anonyme Risikovoranfrage

Sie beseitigt die Gesundheitsfragen nicht, entschärft sie aber. Ein Vermittler fragt bei mehreren Versicherern an, ob und zu welchen Bedingungen sie ein Risiko annehmen würden — ohne Ihren Namen und ohne Ihre Anschrift. Die Verbraucherzentrale beschreibt das Verfahren genau so.

Der Vorteil ist erheblich: Ein abgelehnter oder erschwert angenommener Antrag kann Ihre Chancen bei späteren Anträgen verschlechtern — etwa durch einen Eintrag im Hinweis- und Informationssystem (HIS) oder wenn ein späterer Versicherer ausdrücklich nach früheren Ablehnungen fragt. Eine anonyme Risikovoranfrage vermeidet dieses Risiko weitgehend, weil Name und Anschrift nicht übermittelt werden. Mögliche Ergebnisse sind die normale Annahme, ein Risikozuschlag, eine Ausschlussklausel für ein bestimmtes Leiden, eine Wartezeit — oder die Ablehnung. Ein Ausschluss ist dabei oft besser als sein Ruf: Eine BU mit einem klar begrenzten Ausschluss kann immer noch Schutz gegen zahlreiche andere Ursachen einer Berufsunfähigkeit bieten. 

Der teure Irrweg: Angebote, die nur so heißen

Wird Ihnen eine „Absicherung der Arbeitskraft ohne Gesundheitsfragen“ angeboten, prüfen Sie zuerst, was da eigentlich versichert wird. Häufig handelt es sich nicht um eine Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern um:

  • Unfallversicherungen — sie zahlen nur nach Unfällen. Da 38 Prozent aller BU-Fälle 2024 auf psychische Leiden und Erkrankungen des Nervensystems zurückgingen, deckt das den Hauptgrund gerade nicht ab. Was sie leistet und wo ihre Grenzen liegen, steht in Private Unfallversicherung: Sinnvoll oder verzichtbar?.
  • Grundfähigkeitsversicherungen — sie leisten beim Verlust definierter Fähigkeiten wie Gehen, Sehen oder Greifen, nicht bei Berufsunfähigkeit. Gesundheitsfragen gibt es dort ebenfalls, meist nur weniger. Der ehrliche Vergleich steht in Grundfähigkeitsversicherung vs. BU.
  • Policen mit Wartezeiten und pauschalen Vorerkrankungsausschlüssen — dann sind die Fragen nur nach hinten verschoben: Was mit einer bereits bestehenden Erkrankung zusammenhängt, ist ausgeschlossen.

Keines dieser Produkte ist per se schlecht. Nur ersetzen sie keine BU — und wer sie in diesem Glauben kauft, merkt es im Ernstfall.

Was der Staat leistet — und warum das selten reicht

Einen Berufsschutz kennt die gesetzliche Rentenversicherung praktisch nicht mehr: Nach § 240 SGB VI gibt es die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit nur noch für vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Für alle anderen gilt § 43 SGB VI, und der stellt allein auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ab:

  • Volle Erwerbsminderung, wenn Sie weniger als drei Stunden täglich arbeiten können,
  • teilweise Erwerbsminderung bei drei bis unter sechs Stunden,
  • Voraussetzung sind fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren,
  • die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt dabei ausdrücklich außer Betracht.

Entscheidend ist der Maßstab: Nicht Ihr erlernter Beruf zählt, sondern irgendeine zumutbare Tätigkeit. Die Höhe zeigt, wie groß die Lücke ist: 2024 gingen rund 171.000 Menschen neu in die Erwerbsminderungsrente — mit durchschnittlich 1.041 Euro im Monat. Die Verbraucherzentrale ordnet das nüchtern ein: Im Schnitt liegt dieser Betrag unter dem Grundsicherungsniveau. Für Selbstständige ist die Lage oft noch schlechter, weil die nötigen Pflichtbeitragszeiten fehlen — dazu Welche Versicherungen brauchen Selbstständige wirklich?.

Zahlen, die die Entscheidung erleichtern

  • 25 Prozent — so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Arbeitsleben berufsunfähig zu werden; statistisch trifft es jeden Vierten.
  • 38 Prozent aller Leistungsfälle gingen 2024 auf psychische Leiden und Erkrankungen des Nervensystems zurück.
  • 48 Jahre ist das Durchschnittsalter bei Leistungsbeginn — die BU ist kein Thema für „später“, sondern eines für die Jahre davor.
  • 14.600 Euro im Jahr betrug 2024 die durchschnittlich neu versicherte BU-Rente, also rund 1.200 Euro im Monat.
  • 80 Prozent der Leistungsanträge werden bewilligt.

Ihr Vorgehen in fünf Schritten

  1.  Unterlagen sammeln. Fordern Sie die relevanten Patientenakten bei Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten an und prüfen Sie ergänzend die bei Ihrer Krankenkasse gespeicherten Abrechnungsdaten. Ordnen Sie Diagnosen, Zeiträume und Behandlungen sorgfältig — Erinnerung ersetzt keine Dokumentation. 
  2. Beim Arbeitgeber fragen, ob ein Kollektivvertrag existiert und welche Gesundheitsprüfung er vorsieht.
  3. Bestehende Verträge prüfen — Nachversicherungsgarantien und Optionen aus Jugendtarifen sind oft mehr wert als jeder Neuabschluss.
  4. Anonyme Risikovoranfrage stellen lassen, bevor irgendwo ein Antrag mit Ihrem Namen landet.
  5. Zuschlag oder Ausschluss annehmen, statt gar nichts abzuschließen. Eine eingeschränkte BU ist fast immer besser als keine — und besser als eine Unfallpolice, die man für eine BU hält.

Weil bei Vorerkrankungen die Reihenfolge der Schritte über das Ergebnis entscheidet, ist fachliche Begleitung hier ausnahmsweise nicht Kür, sondern Pflicht: Auf Versipedia finden Sie Expertinnen und Experten für Berufsunfähigkeitsversicherungen in Ihrer Nähe — oder Sie starten mit der kostenlosen Bedarfsanalyse.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Ob und zu welchen Bedingungen ein Versicherer ein Risiko annimmt, entscheidet er im Einzelfall; maßgeblich sind die Antragsfragen und die Versicherungsbedingungen. Stand: August 2026.

Häufige Fragen

Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?
Im normalen Einzelgeschäft praktisch nicht. Stiftung Warentest hält dazu fest: „Versicherer fragen vorher den Gesundheitszustand per Fragebogen ab − Anträge ohne Gesundheitsfragen gibt es in der Regel nicht.“ Ohne oder mit stark vereinfachter Prüfung geht es vor allem über Kollektivverträge des Arbeitgebers, über Nachversicherungsgarantien in einem bestehenden Vertrag und über Optionen aus Schüler-, Azubi- oder Studententarifen. Wird Ihnen eine BU ganz ohne Fragen angeboten, handelt es sich meist um ein anderes Produkt — etwa eine Unfall- oder Grundfähigkeitsversicherung.
Was passiert, wenn ich bei den Gesundheitsfragen etwas verschweige?
Nach § 19 VVG kann der Versicherer bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktreten, bei einfacher Fahrlässigkeit mit Monatsfrist kündigen; hätte er den Vertrag nur zu anderen Konditionen geschlossen, kommt eine rückwirkende Vertragsanpassung in Betracht. Seine Rechte muss er binnen eines Monats ab Kenntnis geltend machen; sie erlöschen fünf Jahre nach Vertragsschluss, bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung erst nach zehn Jahren. Nach GDV-Zahlen war 2023 bei 10 Prozent der abgelehnten Leistungsanträge eine Anzeigepflichtverletzung der Grund.
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Ein Vermittler fragt bei mehreren Versicherern an, ob und zu welchen Bedingungen sie Ihr Risiko annehmen würden — ohne Ihren Namen und Ihre Anschrift. Der Vorteil: Ein abgelehnter oder zurückgezogener Antrag müsste bei späteren Anträgen offengelegt werden und verschlechtert Ihre Position dauerhaft; eine anonyme Voranfrage hinterlässt diese Spur nicht. Mögliche Ergebnisse sind die normale Annahme, ein Risikozuschlag, eine Ausschlussklausel für ein bestimmtes Leiden, eine Wartezeit oder die Ablehnung.
Wie funktioniert eine BU über den Arbeitgeber?
Beim Kollektiv- oder Gruppenvertrag versichert das Unternehmen viele Beschäftigte gemeinsam, häufig im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Weil sich das Risiko verteilt, verzichten Versicherer je nach Gruppengröße auf einen Teil der Gesundheitsfragen; bei größeren Kollektiven kann eine Dienstobliegenheitserklärung des Arbeitgebers an ihre Stelle treten. Prüfen Sie die Kehrseiten: Bei Entgeltumwandlung ist die spätere Rente voll steuer- und meist beitragspflichtig, die Mitnahme beim Jobwechsel ist nicht selbstverständlich, und die versicherte Rente ist oft niedriger als bei einem privaten Vertrag.
Was ist eine Nachversicherungsgarantie?
Das Recht, die versicherte BU-Rente bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen — etwa bei Ausbildungs- oder Studienabschluss, Heirat, Geburt eines Kindes, deutlicher Gehaltserhöhung, Start in die Selbstständigkeit oder Immobilienkauf. Wichtig sind drei Punkte: Die Erhöhung muss meist innerhalb von drei bis zwölf Monaten nach dem Ereignis beantragt werden, für den neuen Rentenanteil gilt Ihr aktuelles Eintrittsalter, und die Bedingungen deckeln die Erhöhung absolut und relativ zum Einkommen.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
In den meisten Fällen nicht. Einen Berufsschutz gibt es nach § 240 SGB VI nur noch für vor dem 2. Januar 1961 Geborene; für alle anderen zählt nach § 43 SGB VI allein, wie viele Stunden täglich Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch arbeiten können — volle Erwerbsminderung erst unter drei Stunden, teilweise bei drei bis unter sechs Stunden. Vorausgesetzt werden fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren. 2024 gingen rund 171.000 Menschen neu in die Erwerbsminderungsrente, mit durchschnittlich 1.041 Euro im Monat; die Verbraucherzentrale ordnet das als im Schnitt unter dem Grundsicherungsniveau ein.

Veröffentlicht am 20. August 2026

War das hilfreich?

Profil teilen

WhatsApp E-Mail LinkedIn